Ertl weiter im Tal
Hilde Gerg ist nicht zu bremsen

Ginge es nach Hilde Gerg, könnten die Olympischen Winterspiele schon morgen beginnen. Vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Salt Lake City ( 8. bis 24. Februar) hat sich die Lenggrieserin mit ihrem bislang einmaligen Doppelsieg bei den alpinen Weltcup-Abfahrten im österreichischen Saalbach am Wochenende eindrucksvoll in die Favoritenrolle für Olympia-Gold gefahren und ist fast zwei Jahre nach ihrem Beinbruch in der wohl besten Form ihres Lebens.

dpa SAALBACH. "Es ist einfach ein Traum, es ist sicher eines meiner schönsten Erlebnisse im Weltcup", sagte die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 nach ihren Triumphfahrten am Zwölferkogel.

Scheinbar spielerisch fuhr Gerg am Wochenende der Konkurrenz auf der Abfahrtspiste davon und bestätigte mit ihren Saisonsiegen zwei und drei ihre derzeitige Ausnahmestellung im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV). Nach den Erfolgserlebnissen in der Abfahrt startete die 26-Jährige am Sonntag auch erstmals in dieser Saison im Slalom, um in der Kombinationswertung zu punkten. Mit Platz vier in der Addition beider Rennen war sie beim Sieg der Österreicherin Renate Götschl vor Janica Kostelic (Kroatien) auch dort beste DSV - Fahrerin.

Den Sieg im Slalom sicherte sich die Französin Laure Pequegnot vor Sonja Nef (Schweiz) und Ylva Nowen (Schweden). Mit ihrem zweiten Saisonerfolg beendete Pequegnot die Siegesserie von Anja Pärson (Schweden), die zuletzt vier Mal in Folge gewonnen hatte und übernahm mit 412 Punkten die Führung in der Disziplinwertung. Monika Bergmann aus Lam bestätigte als 10. ihre gute Slalom-Form und rettete den DSV vor einem Totalausfall. Sowohl Annemarie Gerg als auch Martina Ertl schieden im Stangenwald von Saalbach aus.

Ertl steckt weiter im Leistungstief

Während Hilde Gerg Lockerheit und Lebensfreude nur so versprüht, findet Martina Ertl einfach nicht den Weg aus dem Leistungstief. Die 28-Jährige schied geschwächt von einer Virusinfektion bereits im ersten Durchgang aus und verspielte somit die Chance, sich in der Kombinations-Wertung das so dringend benötigte Erfolgserlebnis zu sichern. Nach den zuletzt enttäuschenden Resultaten hatte die Kombinations-Weltmeisterin von St. Anton gehofft, in ihrer "Spezialdisziplin" in die Weltspitze zurückzukehren und rechtzeitig vor Olympia eine Portion Selbstvertrauen zu tanken. Nach einer Operation am Weisheitszahn vergangene Woche fehlte ihr aber die Kraft. Unmittelbar nach ihrem Ausscheiden reiste sie aus Saalbach ab. Ein Einsatz beim Heimweltcup am kommenden Wochenende in Berchtesgaden ist aber offenbar nicht gefährdet.

Hilde Gerg muss nun mit der Favoritenrolle bei Olympia leben. Nach ihrem Sieg im Super G von Val d'Isère im Dezember setzte die 26- Jährige nun auch in der Abfahrt die Maßstäbe. Zwei Jahre nach ihrem im Super-G-Training erlittenen Beinbruch ist die "Wilde Hilde" nicht nur abseits der Pisten zu einer Persönlichkeit gereift, sondern auch sportlich wieder top. Dabei hatte sie sogar Rücktrittsgedanken, als es im Dezember 2000 mit Spitzenresultaten nicht mehr klappen wollte. Heute kann Hilde Gerg der Verletzung sogar etwas Gutes abgewinnen.

Für Häusl geht es wieder aufwärts

"Es ist sicher so, dass ich durch die Verletzung stärker geworden bin, andere Dinge kennen gelernt habe", sagte Hilde Gerg. Der Zuspruch von Ehemann und DSV-Nachwuchstrainer Wolfgang Grassl während der Leidenszeit habe ihr gezeigt, "dass ich auch geliebt werde, wenn ich nicht gut Ski fahre". Diese Sicherheit bietet Hilde Gerg nun die Grundlage für ihre neuen Erfolge.

Statt auf den Gesamtweltcup zu schielen, bereitete sich die einstige Technikspezialistin gezielt auf Abfahrt und Super G vor, da in den Speed-Disziplinen das Bein weniger schmerzte. "Man kann im Sommer eine bessere Abstimmung finden. Das ist einfacher. Im Moment bin ich einfach in einer unglaublich guten Form", sagte Gerg.

Für Regina Häusl endete in Saalbach die Zeit der Leiden. Die Abfahrts-Weltcupsiegerin des Jahres 2000 schaffte mit Platz 8 in der Abfahrt am Samstag die Olympia-Qualifikation. "Es geht aufwärts", jubelte sie. Nach ihrem Beinbruch im März 2000 schaffte die Olympia- Vierte im Super G von Nagano erstmals wieder den Sprung unter die Top Ten. "Ich muss ruhig bleiben, irgendwann wird es klappen", hatte die 28-Jährige noch vor dem Rennen auf die Qualifikation für ihre vierten Olympischen Winterspiele gehofft.

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