"Ertragsdelle" im dritten Quartal
Stühlerücken im Vorstand der DG-Bank

Die Aufsichtsratssitzung der Deutschen Genossenschaftsbank am Dienstag dürfte alles andere als einen routinemäßigen Verlauf nehmen, heißt es in einem Vorab-Bericht der Börsen-Zeitung.

vwd FRANKFURT. Die Aufsichtsratssitzung der DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank AG am Dienstag dürfte alles andere als einen routinemäßigen Verlauf nehmen, heißt es in einem vorab übermittelten Bericht der Börsen-Zeitung (BöZ - Dienstagausgabe). Nach Informationen der BöZ sollen auf Betreiben des Kontrollgremiums zwei Vorstandsmitglieder - Heiko Bruns (57) und Johann Rudolf Flesch (50) - vorzeitig aus der Führungsmannschaft des genossenschaftlichen Spitzeninstituts ausscheiden.

In Frankfurter Finanzkreisen habe es am Montagabend als nicht ausgeschlossen gegolten, dass sich auf der Sitzung des Aufsichtsrats eine turbulente Eigendynamik entwickeln könnte, die zu weiteren personellen Entscheidungen führe, so die Zeitung. Die Position des Vorstandsvorsitzenden Bernd Thiemann gelte allerdings als derzeit ungefährdet, hieß es. Das bevorstehende "Stühlerücken" im Vorstand der DG Bank, über das bereits seit Tagen Gerüchte kursierten, war am Wochenanfang sogar schon Gesprächsthema in Banken außerhalb des genossenschaftlichen Verbunds. Montagabend habe sich ein Ausschuss des Aufsichtsrats mit den Personalien befasst.

Für das wahrscheinliche Ausscheiden von Bruns und Flesch, über dessen arbeitsrechtliche Einordnung noch keine Klarheit bestand, seien in informierten Kreisen vor allem zwei Gründe genannt worden: eine offenbar ziemlich tiefe "Ertragsdelle", in die die DG Bank vor allem im dritten Quartal dieses Jahres hineingeraten sein soll, und das Scheitern der Pläne für das Gemeinschaftsunternehmen mit der niederländischen Rabobank im Corporate und Investment Banking. Die Verschlechterung der Ertragslage wird offenbar nicht zuletzt auf einen deutlich erhöhten Risikovorsorgebedarf zurückgeführt.

Betont wurde in den informierten Kreisen, dass weder Bruns noch Flesch Unregelmäßigkeiten vorgeworfen würden. Beobachter rechneten damit, dass der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Dienstag die 50-prozentige Beteiligung der DG Bank an der für das Aktiengeschäft zuständigen Rabobank-Tochter Rabo Securities in Amsterdam - die so genannte "kleine Lösung" für die deutsch-niederländische Partnerschaft - gutheißen wird.

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