Erwartete Konjunkturdaten geben keinen Anlass zur Entwarnung
Ausblick auf die neuen Konjunkturdaten

vwd FRANKFURT. Die in der neuen Woche anstehenden Konjunkturdaten werden nach Prognosen von Volkswirten trotz teilweise erwarteter positiver Daten noch keine endgültige Entwarnung für die deutsche Konjunktur bringen. Die für Mittwoch angekündigten Umsätze im deutschen Einzelhandel für Januar werden dabei von Invesco-Chefvolkswirt Jörg Krämer im Monatsvergleich im Grunde "flat" erwartet, während Hans-Jürgen Meltzer (Deutsche Bank Research) ein preisbereinigtes Plus von 0,8 % nach 0,1 % im Dezember prognostiziert. Auch Harald Jörg (Dresdner Bank) sieht den Abschwung durch die Effekte der Steuerreform bereits deutlich abgefedert.

Jörg rechnet bei den Einzelhandelsumsätzen mit einem deutlichen Plus von real 3,0 % im Jahresvergleich. Zur Begründung verweist er auf die Steuerreform und auf die kurze Vorweihnachtszeit 2000, die im Januar noch so genannte Nachholkäufe nach sich gezogen haben dürfte. Prinzipiell sei die Dresdner Bank der Ansicht, dass die Abkühlung in Deutschland nicht so ausgeprägt sein werde wie der Abschwung in den USA. Im Jahresverlauf werde eine zunehmende Dynamik zu verzeichnen sein, auch wenn das erste Quartal durch die Steuerreform-Effekte nach oben verzerrt sei, prognostiziert Jörg.

Kaum Belebung der Einzelhandelsumsätze

Dagegen sieht Krämer im weiteren Verlauf des Jahres kaum Belebung bei den Einzelhandelsumsätzen. Zur Begründung verweist er auf die seiner Ansicht nach ausbleibenden Effekte aus der Steuerreform. Letztere werde kaum messbaren Einfluss haben, unterstreicht er. Die privaten Haushalte realisierten, dass der Ölpreisanstieg eine dauerhafte Belastung darstelle. Da es zu Jahresbeginn zudem beispielsweise durch Ökosteuer und TV-Gebühren-Erhöhung zu einer Anhebung der direkten Steuern und Abgaben gekommen sei, ist nach Ansicht Krämers auch im Jahresverlauf nicht mit einer einschneidenden Dynamisierung des privaten Konsums zu rechnen.

Der Invesco-Volkswirt hält daher an der Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes von 2,0 % für 2001 und 2,1 % für 2002 fest. Zwar werde es ab Herbst 2001 zu einer Stabilisierung kommen, eine echte Aufwärtsbewegung werde sich indes nicht ergeben. Krämer verwies zudem darauf, dass die Prognosen zwei Zinssenkungen der EZB unterstellen, die aber seiner Auffassung nach wenig Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung zeigen werden.

Meltzer rechnet ebenfalls damit, dass die Einzelhandelsumsätze Januar bereits ein verbessertes Konjunkturklima belegen werden. Allerdings sehe der Vorjahresabstand mit plus 4,5 % wegen Arbeitstag-Effekten so positiv aus. Die Entwicklung des BIP sieht er im ersten Quartal zwar insgesamt schwächer, zu einem Einbruch wie in den USA werde es voraussichtlich aber nicht kommen. Für 2001 bezifferte Meltzer das BIP-Wachstum auf 2,0 % und für 2002 auf 2,4 %.

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