Erwarteter Umsatzzuwachs nur etwa halb so stark wie 2000
Chemische Industrie bekommt US-Konjunkturdelle zu spüren

ap FRANKFURT/MAIN. Die deutsche Chemieindustrie bekommt die US-Konjunkturdelle zu spüren. Das Umsatzwachstum dürfte in diesem Jahr mit rund 6,5 % nur noch etwa halb so stark ausfallen wie im Boomjahr 2000, wo ein Plus von 12,1 % erzielt wurde, teilte der Verband der Chemischen Industrie am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die Chemieproduktion solle um etwa 3 % steigen und die Zahl der Beschäftigten konstant bleiben.

Sollte die US-Konjunktur nicht auf den Wachstumspfad zurückkehren, so wären die Auswirkungen auf das Wachstum in Europa und vor allem Asien wesentlich stärker, warnte der Verband. Die Chemische Industrie könnte sich negativen Wirkungen nicht entziehen.

Dämpfende Effekte

Im Inland rechnet die Branche im ersten Halbjahr mit einer weiterhin hohen Nachfrage, die dämpfenden Effekte jenseits des Atlantiks mindestens teilweise ausgleichen sollte. Positive Impulse erwartet der Verband aus der Steuerreform und von den sinkenden Rohölpreisen, die die Produktionskosten verringern dürften.

Im Ausland dämpft die Abschwächung der US-Konjunktur die Erwartungen dagegen deutlich. Die Branche rechnet nur noch mit einem Exportzuwachs von vier Prozent nach 10,5 % im vergangen Jahr. Zusätzliche Impulse aus den Wechselkursen für den Export werden angesichts des stärkeren Euros zudem nicht mehr erwartet.

Positiver beurteilt der Verband die Aussichten in Asien und Europa: In der Europäischen Union und Asien werde das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr zwar geringer ausfallen als 2000, aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Exportboom im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr hatte die Chemische Industrie in Deutschland dank des Exportbooms einen deutlichen Aufschwung erlebt. Im Schnitt lag die Produktion um 3 % höher als 1999, der Umsatz verbesserte sich um gut 12 % auf 213 Mrd. DM. Zuletzt konnte eine zweistellige Zuwachsrate 1984 erreicht werden. Auch im vierten Quartal legte die Branche mit 13,6 % zweistellig beim Umsatz zu.

Neben der guten Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten Europa, Nordamerika und Asien beflügelte auch der schwache Euro die Geschäfte der Branche. Allerdings profitierten nicht alle Sparten von dem Aufschwung. Den Angaben zufolge hielt die Schwäche der konsumnahen Produktion von Seifen, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln weiter an. Die Sparte verzeichnete einen Produktionsrückgang um mehr als 3 %. Die Herstellung von Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln lag sogar um etwa 20 % unter dem Niveau von 1999.





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