Erwartung des Ratstreffens der EZB
Euro verharrt bei Kursen nahe 0,8750 Dollar

Der Euro hat in Erwartung des Ratstreffens der EZB am Donnerstag in einer engen Kursspanne verharrt.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat am Mittwoch in Erwartung des Ratstreffens der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in einer engen Kursspanne nahe 0,8750 $ verharrt. Der Beschluss der US-Notenbank vom Vorabend, die Zinsen unverändert zu belassen, war Händlern zufolge keine Überraschung, doch habe die erneute Inflationswarnung enttäuscht. Kaum eine Reaktion habe die Veröffentlichung des um 0,2 auf 57,7 Punkte gestiegenen Reuters-Service-Index für September am Markt ausgelöst. Von den im August um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Erzeugerpreisen in der Euro-Zone seien ebenso wenig Impulse ausgegangen. Auch Äußerungen von BDI-Chef Hans-Olaf Henkel beeinflussten die Gemeinschaftswährung nicht.

Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8745 $ nach 0,8767 $ am Dienstag bewertet. Die US-Devise kostete damit 2,2365 DM nach 2,2309 DM am Vortag. Die US-Währung bewegte sich weiterhin nahe ihres Schlussniveaus vom Vorabend in New York und wurde gegen 13.15 Uhr MESZ mit 108,84/94 Yen gehandelt.

Weiter Druck auf Euro

Volkswirte der HypoVereinsbank erwarten, dass sich im Euro/Dollar-Handel die Taktik der letzten Tage, zwei Schritte vor und ein Schritt zurück, fortsetzen werde. Damit dürfte nach ihrer Einschätzung auch der Druck auf den Euro anhalten. Hohes Interventionsrisiko sehen sie bei einem schnellen Durchsacken auf Kurse unter 0,86 $.

Einige Händler gehen davon aus, dass sich die Spekulation offenbar von der Gemeinschaftswährung abgewandt und stattdessen den australischen $ ins Visier genommen habe. Nachdem die australische Notenbank Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag ihren Leitzins, die Cash Rate mit 6,25 % unverändert gelassen hatte, war der australische $ auf ein historisches Tief von 0,5350 $ gefallen. Am Markt war eine Anhebung des Satzes erwartet worden.

Spekulationen darüber, wie schnell die dänische Zentralbank ihre Schlüsselzinsen senken wird, ließen Händlern zufolge den Kurs der dänischen Krone am Vormittag auf ein Vier-Jahreshoch bei 7,4508 Kronen je Euro klettern. Die Kursveränderungen zum Euro sind allerdings begrenzt, da die dänische Krone innerhalb des Europäischen Währungssystems (EWS 2) in einer Schwankungsbreite von plus/minus 2,25 % an den Euro gekoppelt ist.

Ratstreffen der europäischen Währungshüter erwartet

Mögliche Aufschlüsse über die zinspolitischen Zielsetzungen der EZB erwartet der Markt vom Ratstreffen der europäischen Währungshüter am Donnerstag. Nach Einschätzung von Volkswirten wird die EZB jedoch angesichts neuer Anzeichen einer konjunkturellen Verlangsamung in der Euro-Zone die Leitzinsen unverändert lassen. Einer aktuellen Reuters-Umfrage zufolge erwarten 34 von 48 befragten Volkswirten keine Leitzinserhöhung der EZB in dieser Woche. Eine Mehrheit glaubt jedoch an eine Anhebung um 25 Basispunkte binnen Monatsfrist.

Die US-Notenbank hatte am Dienstag die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert gelassen, zugleich jedoch erneut vor Inflationsgefahren gewarnt und damit die Tür für weitere Zinserhöhungen offen gelassen. Der Zielsatz für Tagesgeld liege weiter bei 6,50 %, teilte die Notenbank im Anschluss an die Sitzung ihres für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington mit.

Keine spürbare Reaktion hatte Händlern zufolge der Reuters-Service-Index für September am Markt hervorgerufen. Die Forschungsgruppe NTC Research, die den Index für Reuters ermittelt, teilte am Mittwoch mit, der Index signalisiere zum siebzehnten Mal in Folge ein Wachstum der Branche. Die Wachstumsgeschwindigkeit habe sich im September erneut leicht erhöht.

Erzeugerpreise gestiegen

Auch die vom Europäischen Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Erzeugerpreise in der Euro-Zone bewegten den Markt Händlern zufolge nicht. Eurostat hatte berichtet, gegenüber dem Vorjahr seien die Erzeugerpreise im August, wie schon im Vormonat um 5,6 % gestiegen. Im Vergleich zum Juli habe die Steigerung 0,2 % nach 0,6 (revidiert von 0,5) Prozent ausgemacht.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, macht für die derzeitige Schwäche des Euro in erster Linie das Ausbleiben von Reformen und nicht das Nein der Dänen beim Referendum in der letzten Woche verantwortlich. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" (Mittwochsausgabe) sagte Henkel: "Vor allem Deutschland, Frankreich und Italien packen die Reformen ihrer Arbeitsmärkte nicht an. Eine Steuerreform allein verpufft.

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