Erwartungen der Analysten erfüllt
Metro macht im Ausland Kasse

Obwohl sich Europas Handelsmanager in ihren Einschätzungen über die konjunkturelle Entwicklung nicht einig sind, sieht die Metro AG Anzeichen für eine Aufhellung des Einzelhandelsklimas im zweiten Halbjahr. Der Konzern will den Umsatz in diesem Jahr deutlich ausweiten und Tausende neuer Arbeitsplätze schaffen.

rv DÜSSELDORF. Mit der ersehnten konjunkturellen Erholung rechnet Metro-Chef Hans-Joachim Körber in der zweiten Jahreshälfte. Die Geschäftszahlen für den Monat März ließen bereits eine Belebung im Inland erkennen, sagte der Vorstandsvorsitzende des drittgrößten europäischen Handelskonzerns bei Vorlage der Jahresbilanz. Mit seinem Optimismus für die zweite Jahreshälfte steht Körber nicht allein. Auch Cees van der Hoeven, Chef der Nummer zwei in Europa, der niederländischen Ahold (Umsatz: 67 Mrd. Euro), rechnet mit einer langsamen Verbesserung des Einzelhandelsklimas und mit "etwas stärkeren Wachstumsraten im zweiten Halbjahr". Anders sieht das der Chef des mit 69,4 Mrd. Euro umsatzstärksten europäischen Handelskonzerns Carrefour, Daniel Bernard. Er geht von einem verlangsamten Wachstum und einem unsicheren weltwirtschaftlichen Umfeld aus.

Die ersten beiden Monate des laufenden Jahres waren aber sowohl für den Düsseldorfer Metro-Konzern als auch für die übrigen deutschen Einzelhändler noch eine echte Herausforderung. Dies bestätigt auch der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE).

Getragen von seiner Zuversicht für das zweite Halbjahr hat Metro-Chef Körber für 2002 ein Umsatzwachstum von 6 % auf 52 Mrd. Euro eingeplant. Das Ergebnis je Aktie soll um 10 % wachsen. Weltweit will der Konzern 7 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Analysten halten die Prognosen für realistisch. Dennoch ging der Aktienkurs am Dienstag leicht zurück. Da die Entwicklung auf dem deutschen Einzelhandelsmarkt - er hat sich in den vergangenen zehn Jahren im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt - nach Schätzung des HDE verhalten bleiben wird, steht im Zentrum der Metro-Strategie das Ausland. Dort erzielt der Händler rund 44 % der Erlöse.

Dabei hat das Metro-Management aus Sicht von Matthias Reschke, Analyst von Schroder Salomon Smith Barney, die Weichen richtig gestellt, als es sich gegen Lateinamerika und für Osteuropa sowie Asien entschied. Das zeigen die Beispiele Ahold und Carrefour. In Brasilien und dem krisengeschüttelten Argentinien mussten die Metro-Konkurrenten 2001 erhebliche Einbußen hinnehmen. Asien sei von der wirtschaftlichen Ausgangssituation her derzeit besser als Lateinamerika, urteilt Reschke. Mit dem ersten Cash & Carry-Markt (SB-Großhandel) in Ho-Chi-Minh-Stadt/Vietnam erschließt Körber das 25. Metro-Land. Vietnam ist der zweite asiatische Metro-Standort. In China betreibt der Konzern 15 Märkte, Analysten sehen hier bis 2015 ein Umsatzpotenzial von 15 Mrd. Euro. Bis Ende 2002 stehen noch Indien und Japan auf dem Programm.

Mit seinen Ergebnissen für 2001 hat der Metro-Konzern die Erwartungen der Analysten erfüllt. Das Ergebnis je Aktie stieg um 11,9 % auf 1,23 Euro (2000: 1,10 Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 10,3 % auf 1,13 Mrd. Euro. Der Umsatz wuchs um 5,5 % auf 49,5 Mrd. Euro. Mit einem Umsatzplus von 1,5 % in Deutschland konnte sich Metro sogar hier zu Lande von der Branche absetzen, die laut HDE im Schnitt um 1,1 % auf 378,5 Mrd. Euro zulegte.

Träger des Wachstums waren die Cash & Carry-Märkte mit 8,1 % auf fast 23 Mrd. Euro Umsatz sowie die Elektrotochter Media-Markt/Saturn, nachdem sie im vierten Quartal ihre Schwächephase zur Jahresmitte überwunden hat. Die Erlöse stiegen um 9,5 % auf 8,3 Mrd. Euro. Auch die Problemtochter Real (SB-Warenhäuser) konnte um 2,6 % auf 8,4 Mrd. Euro wachsen.

Dagegen bereiten die Praktiker-Baumärkte weiterhin Sorgen, auch wenn der Fehlbetrag im Vorjahr auf minus 9,7 Mrd. Euro - nach minus 29,2 Mill. Euro im Jahr zuvor - reduziert werden konnte. Dass sie im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht sind, zeigt, dass noch am Konzept gefeilt werden muss.

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