Erwartungen der Analysten getroffen
Henkel profitiert von gefärbten Fußballerhaaren

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im zweiten Quartal 2002 der Konjunkturflaute getrotzt und Umsatz sowie betriebliches Ergebnis (Ebit) gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet Henkel weiterhin eine zweistellige Steigerung des betrieblichen Ergebnisses. Seine Umsatzerwartung von bislang über zehn Milliarden Euro nahm Henkel indes leicht auf knapp zehn Milliarden Euro zurück.

Reuters DÜSSELDORF. Im zweiten Quartal habe das Unternehmen Ergebnissteigerungen in allen Unternehmensbereichen verzeichnet, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Henkel-Gruppe, Ulrich Lehner, am Montag in Düsseldorf mit. "Dieses erfreuliche Ergebnis bestärkt unsere weiterhin positiven Erwartungen für das Gesamtjahr 2002." Das laufende Sonderrestrukturierungsprogramm führe in allen Unternehmensbereichen zu den erwarteten Einsparungen, hieß es weiter. Zusätzliche Einsparungen seien nicht geplant, ergänzte ein Sprecher.

Von April bis Juni steigerte Henkel nach eigenen Angaben den Umsatz um 2,7 Prozent auf 2,49 (2,42) Mrd. Euro. Das Ebit legte um 11,5 Prozent auf 168 (151) Mill. Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten für das zweite Quartal im Durchschnitt einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro und ein Ebit von 169 Millionen Euro erwartet. "Die Zahlen sind insgesamt Ok", sagte die Analystin Petra Meyer von Sal Oppenheim. Auch ihr Kollege Juri Jenkner von Merck Finck sagte, die Zahlen lägen im Rahmen der Erwartungen.

Im wichtigen Unternehmensbereich Wasch-/Reinigungsmittel sei der Umsatz im zweiten Quartal auf 787 (777) Millionen Euro gewachsen, teilte das Düsseldorfer Unternehmen weiter mit. Das Ebit legte auf 69 (67) Millionen Euro zu. Zuwächse gab es auch im Bereich Kosmetik/Körperpflege.

Positive Entwicklung bei der Haarkosmetik

Besonders das Geschäftsfeld Haarkosmetik habe zu der positiven Entwicklung beigetragen, "bedingt durch das gute Wachstum der Colorationen", hieß es weiter. Lehner hatte bereits zuvor erklärt, er erwarte positive Effekte von der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft. Er machte nach jüngsten Aussagen in Asien einen regelrechten Haarfärbeboom aus. Grund dafür seien die zahlreichen Fußballspieler bei der WM in Japan und Südkorea, die mit gefärbten Haaren antraten. Experten sagten, die Sparte Colorationen sei interessant für Henkel, weil sie auch margenstark sei.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Henkel seine Prognose über eine zweistellige Steigerung des betrieblichen Ergebnisses. Beim Umsatz erwartet die Henkel-Gruppe nun aber nur noch einen Wert von "knapp zehn Milliarden Euro". Bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Quartal hatte Henkel noch eine Umsatzsteigerung auf "über zehn Milliarden Euro" angekündigt.

Analysten reagieren gelassen

Analysten nahmen diese leichte Senkung des Umsatzziels gelassen auf. Meyer sagte, sie habe bereits erwartet, dass die Zehn-Milliarden-Grenze nicht übersprungen werde. Nun müsse man auch sehen, ob das Ziel erreicht werde, das Ebit zweistellig zu steigern. Sie gehe von einer Steigerung im hohen einstelligen Bereich aus. Auch Michael Winkler von der WestLB sagte, er habe Henkel bereits bei 9,9 Milliarden Euro Umsatz im Gesamtjahr erwartet. M.M. Warburg- Analyst Sven Dopke sagte, es sei nicht wirklich wichtig, ob Henkel bei zehn oder 9,9 Milliarden Euro landen werde. Wichtig sei vielmehr, dass Henkel sich realistisch zeige und dabei möglicherweise sogar auf der konservativen Seite bleibe.

Die Henkel-Aktie notierte am Vormittag in einem leicht positiven Marktumfeld knapp zwei Prozent im Plus bei 66,29 Euro.

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