Erwartungen der Analysten nicht erfüllt
Der Streitfall: Intel

Die Umsatzwarnung schockte die Anleger, die Aktie brach um 25 Prozent ein. War die heftige Reaktion übertrieben oder droht weiteres Ungemach?

DÜSSELDORF. Tim Mahon von Credit Suisse First Boston belässt Intel trotz des schlechten Zwischenergebnisses auf Kauf.

Weniger Verkäufe und geringere Margen...

Der größte Chiphersteller der Welt geht davon aus, dass der Umsatz im zweiten Quartal auf 6,2 bis 6,5 Milliarden Dollar mit einer Bruttomarge von 49 Prozent zurückfällt. Bisher prognostizierte Intel 6,4 bis 7,0 Milliarden Dollar bei einer Marge von 53 Prozent. Nach unserem Prognosemodell werden es 6,6 Milliarden Dollar bei 53 Prozent Marge sein. Der Gewinn je Aktie dürfte 0,15 Dollar betragen.

...der Schwung lässt nach...

Intel musste eingestehen, dass sich die noch im ersten Quartal 2002 gehegten Hoffnungen auf einen höheren Absatz nicht erfüllten. Hauptursache dafür waren die speziell in Europa stärker als erwartet rückläufigen Verkäufe der Pentium-4-Chips. Der Rückgang der Stückzahlen bei gleichzeitigen Preisnachlässen drückt auf Ergebnis und Marge. Nach dem Besuch der Computermesse Computex in Taipeh gehen wir auch nicht davon aus, dass der Schwung für die Folgeaufträge sehr stark sein wird.

...aber das langfristige Wachstum bleibt zweistellig.

Nach unserem Prognosemodell rechnen wir langfristig mit einem jährlichen Wachstum von etwa 14 Prozent. Ermittelt man danach den fairen Wert der Aktie, dann ergibt sich als unser neuer Zielkurs 32 Dollar statt bisher 39 Dollar.



Joseph Osha von Merrill Lynch bekräftigt sein Anlageurteil "Neutral".

Intel schockte die Märkte...

In der vergangenen Woche warnte Intel für das zweite Quartal 2002 vor deutlich schwächeren Umsätzen. Überraschend niedrig fiel zudem die Prognose des Unternehmens für die Bruttogewinnspanne aus. Diese Schockmeldung zog den Optimisten den Boden unter den Füßen weg.

...selbst unsere Erwartungen lagen noch zu hoch...

Wir gingen bisher für das laufende Geschäftsjahr von 0,75 Dollar Gewinn pro Aktie aus. Wie sich gezeigt hat, war diese Schätzung immer noch zu hoch. Unsere neue, um fast 20 Prozent gesenkte Gewinnprognose, lautet jetzt 0,62 Dollar. Für 2003 setzen wir unsere Gewinnschätzung dagegen nur leicht von 0,98 auf 0,96 Dollar pro Aktie herab.

...und die Aktie ist zu teuer.

Auf kurze Sicht könnten sich als Folge der überraschenden Umsatzwarnung die Kursschwankungen der Aktie erhöhen. Auf Sicht von mehreren Quartalen erwarten wir aber eher eine Seitwärtsbewegung des Papiers. Nach unserer Ansicht ist die Bewertung von Intel zu hoch. Dies verhindert ein nachhaltiges Aufwärtspotenzial für die Aktie. Außerdem ist das Nachfrageumfeld auf dem Chipmarkt nach wie vor unsicher. Und unsere Gewinnprognosen berücksichtigen bereits eine Branchenerholung in der zweiten Jahreshälfte. Wir bleiben daher bei unserem Rating "Neutral".

Quelle: Wirtschaftswoche

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