Erwartungen der Finanzmärkte übertroffen
Daimler-Chrysler erhöht Gewinnprognose

Daimler-Chrysler hat nach deutlichen Ergebniszuwächsen im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für 2002 angehoben. Der Anstieg des operativen Gewinns übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.

Reuters STUTTGART. An Stelle der bisher anvisierten Zielmarke von deutlich mehr als 2,6 Milliarden Euro werde nunmehr ein um Einmaleffekte bereinigter operativer Gewinn erwartet, der das Dreifache des Vorjahreswertes von 1,35 Milliarden Euro klar übersteige, teilte DaimlerChrysler am Donnerstag mit.

Im zweiten Quartal steigerte der Autohersteller sein bereinigtes operatives Ergebnis unter anderem durch deutliche Ergebnisverbesserungen bei der US-Tochter Chrysler auf 1,9 Milliarden Euro nach 725 Millionen Euro im Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit rund 1,3 Milliarden Euro gerechnet.

Der Konzernumsatz ging im zweiten Quartal dagegen stärker zurück als von Analysten erwartet. Mit Erlösen von 39,3 Milliarden Euro wurde der Vorjahreswert um fünf Prozent unterschritten. Analysten hatten hier im Durchschnitt mit 41,25 Milliarden Euro gerechnet.

Die in der Restrukturierung steckenden Konzernbereiche Chrysler und Freightliner machten bei ihren Bemühungen um Kosteneinsparungen und Effizienzverbesserungen ebenso Fortschritte wie der Partner Mitsubishi Motors, hieß es weiter. Alle Problembereiche lägen hier im oder über Plan.

Daimler-Chrysler bleibt weiter vorsichtig

Zur erwarteten Ergebnisentwicklung bis zum Jahresende teilte der Stuttgarter Konzern mit, man bleibe bei der Einschätzung weiter vorsichtig. "Bis jetzt wurden deutliche Fortschritte bei den Faktoren gemacht, die das Unternehmen selbst beeinflussen kann. DaimlerChrysler geht davon aus, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird", hieß es.

Allerdings kämen von den Märkten Signale einer wachsenden Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung. Daher könnten die Ergebnisse des ersten Halbjahres nicht ohne weiteres auf das zweite Halbjahr übertragen werden. Für die erste Jahreshälfte wies DaimlerChrysler einen bereinigten operativen Gewinn von drei Milliarden Euro nach 115 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum aus.

US-Tochter Chrysler wieder in der Gewinnzone

DaimlerChrysler bewertete den deutlichen Ergebniszuwachs im zweiten Quartal als Beleg dafür, dass der Konzern "bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie auf dem richtigen Weg ist". Deutlicher als erwartet legte auch das Ergebnis der noch im vergangenen Jahr defizitären US-Tochter Chrysler zu. Nach der schweren Krise bei Chrysler mit Verlusten in Milliardenhöhe verdiente der US-Hersteller im zweiten Quartal 800 Millionen Euro im Vergleich zu einem Verlust von knapp 150 Millionen Euro im zweiten Quartal 2001.

Auch die insbesondere in den USA unter der schwachen leidende Nutzfahrzeugsparte verließ im zweiten Quartal 2002 nach zuvor leichten Verlusten von Januar bis März wieder die roten Zahlen und erzielte einen bereinigten operativen Gewinn von 32 Millionen Euro. Hier stieg der Umsatz sogar um ein Prozent. Die im vergangenen Jahr noch verlustreiche Lkw-Tochter Freightliner in den USA habe jetzt bereits die Verlustzone verlassen und ihre Ziele bei den Kosteneinsparungen übertroffen.

Der verkaufsstärkste Konzernsparte Mercedes/Smart steigerte im zweiten Quartal Fahrzeugverkäufe, Umsatz und Gewinn im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Mitsubishi sei bei der Reduzierung der Material- und Fixkosten "deutlich schneller" vorangekommen als erwartet und habe im zweiten Quartal zum Konzernergebnis einen positiven Beitrag geleistet.

Analysten positiv überrascht

DaimlerChrysler hatte die Märkte im Februar mit einer massiven Senkung der Prognose schockiert. Anstatt des zuvor erwarteten operativen Gewinns von 5,5 bis 6,5 Milliarden Euro werde in diesem Jahr nur noch mit "deutlich mehr" als 2,6 Milliarden Euro gerechnet, hatte es geheißen. Die nun wieder erhöhte Prognose war von Analysten in etwa erwartet worden.

In ersten Reaktionen äußerten sich Analysten zu den Quartalsergebnissen und die erhöhte Geschäftsprognose 2002 positiv, obgleich die meisten eine Anhebung der Vorhersage erwartet hatten. "Die Zahlen sind besser als erwartet und besser als die durchschnittlichen Prognosen", sagte Analyst Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank.

Die Aktie reagierte verhalten auf die Quartalszahlen und baute unmittelbar nach Vorlage des Zwischenberichts ihre Kursgewinne ab, ohne jedoch ins Minus zu rutschen. Zusätzlich belastet von einem schwächer werdenden Gesamtmarkt notierte das Papier am Nachmittag noch mit 0,3 Prozent im Plus bei 46,10 Euro nachdem es gegen Mittag noch knapp 2,5 Prozent zugelegt hatte.

Zuvor hatten einigen Marktteilnehmer spekuliert, die Deutsche Bank könne im Zuge positiver Quartalszahlen von DaimlerChrysler mit dem Verkauf ihres Anteilspaktets an dem Autobauer beginnen. Nahestehenden Kreisen zufolge ist ein solcher Schritt derzeit jedoch nicht geplant.

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