Erwartungen drastisch korrigiert
Wüstenrot schließt Verlust nicht aus

Der Bauspar- und Versicherungskonzern sieht schlechte Zeiten auf sich zukommen. Womöglich springt am Ende des Jahres nur ein Mini-Gewinn heraus.

rtr STUTTGART. Der Stuttgarter Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat seine Erwartungen für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert und hält nun sogar einen Verlust für möglich.

W&W werde angesichts der eingebrochenen Kapitalmärkte 2002 möglicherweise nur einen geringfügigen Gewinn ausweisen können, teilte der Finanzdienstleister am Mittwoch in Stuttgart mit. "Wir wissen nicht, wo wir landen", sagte ein Sprecher. "Sollte sich die negative Aktienmarktsituation fortsetzen, kann auch ein Verlust nicht völlig ausgeschlossen werden", hieß es in einer Pflichtmitteilung. Die Ausschüttung einer Dividende müsse "zu gegebener Zeit" noch geprüft werden.

Bisher war W&W davon ausgegangen, an den Konzerngewinn von rund 87 Mill. ? im Jahr 2000 anknüpfen zu können, hatte dies zuletzt aber relativiert. Angesichts der schwachen Börsen sei das Ziel nur schwer zu erreichen. Alle Kursverluste würden bei W&W regelmäßig abgeschrieben, auch wenn das Gesetz dies nicht vorschreibe, betonte der Sprecher. Bereits 2001 war W&W nach Abschreibungen auf verschiedene Beteiligungsfirmen mit 66 Mill. ? im Konzern tief in die Verlustzone gerutscht. Für das erste Halbjahr 2002 hatte der W&W-Konzern noch 70 Mill. ? Gewinn nach Steuern gemeldet.

Auch 2002 seien wieder Abschreibungen auf Beteiligungsfirmen wie die WÜBA Versicherung nötig, sagte der Sprecher. Dort hatte W&W kürzlich einen harten Sanierungskurs angekündigt, der 2004 wieder in schwarze Zahlen führen soll, aber 130 Mitarbeiter den Arbeitsplatz kostet. Erst wenn die WÜBA wieder schwarze Zahlen schreibe, würden wieder Verkaufsgespräche geführt, hieß es. Das Ergebnis der Württembergischen Versicherung sei von der Flut in Deutschland mit 17 Mill. ? belastet worden. Die Wüstenrot Hypothekenbank habe zudem höhere Rückstellungen für Gewerbeimmobilien im Osten bilden müssen, begründete der Sprecher die Entwicklung.

Das Risiko weiterer Kursverluste in der Lebens- und in der Sachversicherungs-Sparte sei durch Derivate fast vollständig abgesichert worden, sagte der Sprecher. Die 2001 auf 6,3 von 7,3 % gesenkte Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung sei für 2002 gesichert. Zahlreiche Versicherer hatten zuletzt die Überschussbeteiligungen gekürzt.

Die W&W-Aktie, von der nur 6,5 % im Streubesitz sind, gab bei geringen Umsätzen um 10,1 % auf 11,60 ? nach und fiel damit auf ein Jahrestief.

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