Erwartungen in ersten neun Monaten erfüllt
Swisscom liegt im Plan

Der Telekommunikationskonzern Swisscom hat in den ersten neun Monaten 2002 die Erwartungen der Aktienanalysten erfüllt. Der Konzern weist Angaben von Donnerstag zufolge einen Gewinn von 1211 Millionen Franken aus nach von einmaligen Veräusserungserlösen geprägten 5753 Millionen Franken im Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs zwei Prozent auf 10,79 Milliarden Franken.

Reuters BERN. Der für Swisscom wichtige Betriebsgewinn auf Ebitda-Ebene vor ausserordentlichen Aufwendungen lag auf 3414 (Vorjahresperiode 3443) Millionen Franken. Das Mobilgeschäft habe sich positiv entwickelt, während beim Festnetzgeschäft und beim Firmenkundengeschäft Swisscom Enterprise Solution wurden Rückgänge bei Umsatz und Ebitda verzeichnet.

Swisscom erwartet für das Gesamtjahr 2002 weiter ein niedriges Umsatzwachstum und strebt einen stabilen Betriebsgewinn auf Ebitda-Ebene an. Durch den Wegfall der einmaligen Gewinne des Jahres 2001 werde der Reingewinn 2002 wesentlich unter jenem des Vorjahres zu liegen kommen. Der Druck auf Umsatz und Margen im Festnetz- und Datenkommunikationsgeschäft dürften bestehen bleiben und das Wachstum im Mobilfunkgeschäft werde sich weiter abschwächen, so Swisscom weiter.

Die Zürcher Kantonalbank sprach bezüglich der Ergebnisse in der "Daily Market Opinion" vom Donnerstag von "Kontinuität ohne Überraschungen". Die Zahlen würden grösstenteils im Rahmen der Schätzungen liegen, sagte ein Marktteilnehmer. Swisscom notierte nach einer leicht festeren Eröffnung knapp gehalten bei 448,50 Franken. Von Reuters befragte Analysten hatten für die Monate Januar bis September 2002 mit einem Umsatz von 10,78 Milliarden Franken, einem Ebitda von 3414 Millionen Franken und einem Gewinn von 1204 Millionen Franken gerechnet.

Erfreulich sei die Bilanz, teilte Swisscom weiter mit. Die Nettoverschuldung liege per Ende September bei 1205 Millionen Franken und die Eigenkapitalquote liege auch nach dem Aktienrückkauf im Frühjahr 2002 bei 42,2 Prozent.

Der mehrheitlich von der Eidgenossenschaft kontrollierte Konzern sitzt weiter auf einer grossen Kriegskasse. Nach früheren Aussagen von Konzernchef Jens Alder könnte sich der Konzern eine Akquisition zwischen fünf und zehn Milliarden Franken leisten. Genaue Angaben über die Verwendung der Gelder machte Swisscom am Donnerstag jedoch nicht. Auf einer Telefonkonferenz sagte Alder lediglich, Swisscom erwäge weiter einen Aktienrückkauf oder eine strategische Übernahme. "Auf jeden Fall erwarte ich nichts dieses Jahr," so Alder. In den ersten neun Monaten 2002 gab der Nettoumsatz im Festnetzgeschäft wegen rückläufigen Marktvolumen und Marktanteilsverlusten 1,2 Prozent auf 4,84 Milliarden Franken nach. Der Ebitda ermässigte sich um 2,8 Prozent auf 1,48 Milliarden Franken.

Im Segment Mobile steigerte Swisscom den Umsatz um 3,3 Prozent auf 3,07 Milliarden Franken. Es habe ein Kundenwachstum von 7,5 Prozent erzielt werden können. Der Ebitda stieg im Bereich um 7,6 Prozent auf 1,51 Milliarden Franken; die Ebitda-Marge betrug 49,3 Prozent.

Enterprise Solutions nahm mit 1,09 Milliarden Franken 8,1 Prozent weniger ein als in der Vergleichsperiode ein Jahr zuvor. Der Ebitda brach 57,3 Prozent ein auf 41 Millionen Franken.

Die deutsche Mobilfunktochter Debitel steigerte den Umsatz in Lokalwährungen um 8,4 Prozent und in Franken um 4,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Franken. Es habe eine Zunahme der Kunden sowie einen leicht höherer Durchschnittsertrag pro Kunde (ARPU) erzielt werden können. Der Ebitda stieg wegen Wegfall von einmaligen Verkäufen im Vorjahr sowie wegen Aufwendungen für die Integration der niederländischen Talkline um 14,8 Prozent auf 121 Millionen Franken.

Alder bezeichnete Debitel auf der Telefonkonferenz als "finanzielle" Beteiligung und sagte, Swisscom könnte die Aktien verkaufen, wenn ein gutes Angebot käme. In naher Zukunft sei jedoch nicht mit einem solchen Schritt zu rechnen. "Wir sind sehr zufrieden mit Debitel, sie sind profitabel in einem schrumpfenden deutschen Markt," erklärte Alder. Er fügte hinzu, Swisscom wolle entweder die Mehrheit an Debitel halten oder den Anbieter komplett verkaufen. Swisscom hält 94 Prozent an Debitel.

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