Erwartungen übertroffen
Lufthansa fliegt der Krise davon

Die Deutsche Lufthansa hat sich von der schweren Krise in ihrer Branche weiter erholt und im ersten Halbjahr 2002 deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet.

Reuters FRANKFURT/M. So habe sich der operative Gewinn in den ersten sechs Monaten 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 332 Millionen Euro mehr als verdreifacht, teilte die Lufthansa heute in Frankfurt mit. Von Reuters befragte Analysten hatten hier im Schnitt mit 192 Millionen Euro gerechnet. Mit ihren operativen Halbjahresgewinn übertraf die Lufthansa sogar die höchsten Vorhersagen der Analysten. Beim Konzernumsatz legte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten mit einem Plus von 4,7 Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro im Rahmen der Marktprognosen zu.

Mehr als 96 Prozent des Halbjahresgewinns verdiente die Lufthansa im zweiten Quartal, nachdem sie in den ersten drei Monaten 2002 einen operativen Gewinn von zwölf Millionen Euro erzielt hatte. Der Vergleich zum Vorjahreswert von 105 Millionen Euro ist etwas verzerrt, da der Gewinn der Fluglinie im ersten Halbjahr 2001 von Pilotenstreiks belastet worden war.

Unter dem Strich verbuchte die Lufthansa im Halbjahr einen Nettoverlust von 27 Millionen Euro nach einem Minus von 43 Millionen Euro im Vorjahr. Dies entspricht einem Fehlbetrag je Aktie von sieben Cents. Die Netto-Kreditverschuldung sei im Vergleich zu Ende 2001 um 1,1 Milliarden Euro gesunken.

2002 mindestens 500 Millionen Euro Gewinn erwartet

Für das Gesamtjahr 2002 rechnet die Lufthansa weiter mit einem operativen Gewinn von "mindestens" 500 Millionen Euro, insofern die weltpolitische Situation stabil bleibe und es nicht zu neuen Anschlägen wie am 11. September komme, die die internationale Luftfahrtindustrie in ihre wohl schwerste Krise überhaupt gestürzt hatte.

Die "operationellen Risiken" für das zweite Halbjahr halte die Lufthansa unterdessen für "beherrschbar", hieß es im Zwischenbericht weiter. "Dies gilt auch auch für eine Verschärfung des Wettbewerbs in Bezug auf Kapazitätsmaßnahmen und Preisgestaltung der Konkurrenz." Der Konzern sehe sich gut positioniert und auch finanzstark genug, um auf diese Herausforderungen "angemessen zu reagieren".

Konjunkturaufschwung in Europa lässt weiter auf sich warten

Die Lufthansa hatte zur Bewältigung der schwierigen Situation drastische Kapazitätskürzungen und Kosteneinsparungen eingeleitet. Die Weltwirtschaft habe im ersten Halbjahr leichte Erholungstendenzen gezeigt, obgleich sich das Wachstum in den USA wieder etwas abgeschwächt habe, hieß es. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland und Europa lasse dagegen weiter auf sich warten.

Gut voran gekommen sei die Lufthansa auch bei der Sanierung ihrer Catering-Tochter LSG Sky-Chefs, die von der schweren Lage der Luftfahrt in den USA stark belastet wird. Weiterhin Rückgänge habe die unter der weltweiten Konjunkturschwäche besonders leidende Konzernsparte Cargo verbucht, deren Halbjahresumsatz um fast sieben Prozent zurückging.

Die Börse nahm den Halbjahresbericht der Lufthansa positiv auf: Der Aktienkurs des Unternehmens legte zu Handelsbeginn in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld um 4,4 Prozent auf 12,68 Euro zu. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte, nach den positiven Halbjahreszahlen mute der Ausblick für das Gesamtjahr zusehends konservativ an, zumal die zweite Jahreshälfte die traditionell stärkere sei.

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