Erwartungen übertroffen
Unilever senkt Gewinn, steigert Ausblick

Der weltweit größte Konsumgüter-Hersteller Unilever hat mit seinem Quartalsergebnis die Märkte positiv überrascht und zudem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Reuters LONDON/ AMSTERDAM. Der Konzern kündigte am Mittwoch bei der Vorlage seines Quartalsberichts allerdings einen niedrigeren Jahresumsatz mit seinen Top-Marken an, zu denen unter anderem Lipton-Tee, Knorr-Suppen, Omo-Waschmittel und Magnum-Eis zählen. Dafür sei vor allem der bisher schleppende Eiscreme-Verkauf verantwortlich. Die sowohl in Amsterdam als auch in London notierten Aktien zogen in einem freundlichen Umfeld um gut neun Prozent an.

Vor Sonderposten, immateriellen Anlagewerten und Goodwill-Abschreibungen stieg der Gewinn den Angaben nach auf 1,077 Milliarden Euro von 824 Millionen Euro, teilte der niederländisch-britische Konzern am Mittwoch in Rotterdam mit. Analysten hatten auf dieser Basis im Schnitt mit einem Gewinn von 985 Millionen Euro gerechnet.

Der entsprechende Gewinn je Aktie werde im Gesamtjahr im mittleren Bereich zwischen zehn und 20 Prozent wachsen, ergänzte Unilever. Bisher war der Konzern von einem Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich ausgegangen. Dagegen sei der Nettogewinn im zweiten Quartal auf 658 Millionen Euro von 881 Millionen Euro vor einem Jahr gefallen, hieß es weiter. Analysten hatten einen Nettogewinn von 457 Millionen Euro erwartet.

Der Umsatz mit den Top-Marken des Konzerns sei um 4,4 Prozent gestiegen, teilte Unilever weiter mit. Für das Gesamtjahr erwartete Unilever nunmehr einen Anstieg um 4,5 bis 5,0 Prozent. Bisher war das Unternehmen davon ausgegangen, den Umsatz um fünf Prozent erhöhen zu können. Als Grund dafür nannte der weltweit drittgrößte Nahrungsmittelkonzern das schlechte Wetter im Frühsommer, das zu einem Rückgang beim Eiscreme-Verkauf geführt habe. Analysten zeigten sich davon auch etwas enttäuscht, fügten aber hinzu, dass die Gewinnlage des Konzern überzeugend sei. Unilever verkauft nach eigenen Angaben 500 Millionen Liter Eiscreme täglich.

Die Aktien zogen in London um 9,5 Prozent auf 566 Pence und in Amsterdam um rund neun Prozent auf 58,80 Euro an. Die Herausnahme aus dem amerikanischen S&P-500-Index hatte vor kurzem den Aktienkurs deutlich gedrückt. Unilever ging in den 1930er Jahren aus dem niederländischen Margarine-Hersteller Margarine Unie und dem britischen Seifenhersteller Lever Brothers hervor.

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