Erwartungen und Hoffnungen an den EU-Beitritt
"Unsere Zukunft liegt in Osteuropa"

Im Jahr 1989 kam Zsolt Karl Radnóczy zum ersten Mal nach Ungarn. "Obwohl ich die Sprache dank meiner ungarischen Mutter beherrschte, fühlte ich mich zunächst sehr fremd", erzählt der fünfzigjährige Anwalt. Die Rechtsanwaltskanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz suchte damals jemanden für den Aufbau ihres Budapester Büros. Radnóczy schlug ein und ist mittlerweile leitender Partner für die Büros in Budapest, Warschau und Bukarest.

DÜSSELDORF. Stattliche 227 Flüge zählte er 2003 zwischen den Metropolen im Osten und dem Hauptsitz in München. "Mehrfach bin ich in meinem Hotel aufgewacht und fragte mich, wo ich eigentlich bin", sagt Radnóczy. Er ist sich sicher, dass der Beratungsbedarf nach dem 1. Mai stark ansteigen wird, vor allen Dingen im Bereich der Public-Private-Partnerships (PPP), an der Schnittstelle zwischen Zivil- und Verwaltungsrecht.

Die große Herausforderung für seine Kanzlei sei, wirtschaftlichen Erfolg zu haben, ohne sich in die Grauzone zwischen Mauschelei und Vetternwirtschaft zu begeben. "Es gibt eine enorme Korruption auf allen Ebenen. Jeder will das meiste für sich rausholen, das Unrechtsbewusstsein ist hier häufig noch sehr unterentwickelt", sagt der Anwalt, der auch mehrere Jahre im Vorstand der Hypo-Vereinsbank in Ungarn saß.

Für die Zukunft des Landes wünscht sich der Anwalt, dass das Gemeinwohl gestärkt und die Korruption eingedämmt wird. Er ist sich sicher: "Dann wird sich Ungarn prächtig entwickeln."

Seit sechs Jahren lebt Ulrich Pascheke in Polkowice, einem kleinen Ort in Niederschlesien. VW begann dort Ende der 90er Jahre ein Werk für Motoren zu bauen. Als Pascheke die Chance bekam, dort Personaldirektor zu werden, griff er zu. "Mich hat gereizt, etwas von Grund auf aufzubauen. Hier war vorher nichts als eine grüne Wiese", erzählt er. In nur einem Jahr wurde die Fabrik hochgezogen. "Die Polen haben regelrecht einen Hunger, etwas zu leisten und aufzubauen. Zudem hat sich die Gemeinde für das Werk stark ins Zeug gelegt", so der Personalchef.

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