Erweiterter Einsatz in Sicherheitszone birgt Risiken
Deutsches Kosovo-Mandat soll ausgeweitet werden

Künftig soll das Einsatzgebiet der Bundeswehr in der an das Kosovo angrenzenden Sicherheitszone ausgeweitet werden. Eine Aufstockung des deutschen Kontingents von derzeit 5 100 Soldaten ist nicht vorgesehen.

ddp BERLIN. Das deutsche Mandat für den Kosovo-Einsatz soll ausgeweitet werden. Das sieht eine Vorlage des Bundesverteidigungsministeriums vor. Künftig sollen danach deutsche Soldaten auch in jenem Teil der auf serbischem Gebiet liegenden Sicherheitszone eingesetzt werden, der an den amerikanischen KFOR-Sektor im Nordosten des Kosovo grenzt. Die Bundeswehr soll dort zur Unterstützung des amerikanischen Kontingents der Kosovo-Friedentruppe (KFOR) Beobachtungsaufgaben übernehmen. Ein Einsatz zu Kampfhandlungen wird in der Vorlage ausdrücklich ausgeschlossen. Eine Aufstockung des deutschen Kontingents ist nicht vorgesehen. Gegenwärtig umfasst das deutsche KFOR-Kontingent rund 5 100 Soldaten.

Einsatz in Sicherheitszone birgt Risiken

Die Sicherheitszone auf dem serbischen Gebiet ist am Boden fünf Kilometer und im Luftraum 25 Kilometer breit. Der Sektor, in dem künftig auch die Deutschen aktiv sein sollen, wird von den bewaffneten albanischen Extremisten der so genannten "Befreiungsarmee Presovo, Medvedja und Bujanovac" (UCPBM) als Rückzugsraum genutzt. Die Gruppe ist im überwiegend südserbischen Presovo-Tal aktiv, das auch direkt an Mazedonien grenzt. Ein Einsatz in dieser Region gilt deshalb unter Experten als durchaus brenzlig.

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hatten die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen am Montag über die Neufassung des deutschen KFOR-Mandats informiert. Am Mittwoch will das Kabinett die Vorlage für den Bundestag offiziell beschließen. Tags darauf wird sich der Bundestag in erster Lesung mit dem Thema befassen. Die Schlussabstimmung ist für den 1. Juni geplant.

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