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Erzbischof Dyba ist überraschend gestorben

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) würdigte Dyba als engagierten Streiter für die Sache der katholischen Kirche.

dpa FULDA. Der Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba, einer der konservativsten deutschen Repräsentanten der katholischen Kirche, ist tot. Der 70-Jährige starb überraschend in der Nacht zum Sonntag, wie Weihbischof Ludwig Schick am Sonntag in Fulda bestätigte. Die Todesursache war zunächst unklar. Dybas Neffe Johannes Roth, der selbst Arzt ist und am Sonntag mit dem Notarzt in der Wohnung Dybas eintraf, sprach von einem plötzlichen Herztod.

Der gebürtige Berliner war 1983 vom Papst zum Bischof von Fulda ernannt worden. Dyba war ein scharfer Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen sowie kompromissloser Kritiker einer Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften. Diese Haltung war zuletzt auf heftige Kritik gestoßen. Dyba kündigte jüngst seinen Rückzug aus dem Amt des Militärbischofs für die Soldaten der Bundeswehr an und gab dafür Altersgründe an. Dieses Amt hatte ihm Papst Johannes Paul II. 1990 übertragen.

Dybas Neffe Roth berichtete am Sonntag, der Erzbischof habe tot im Bett gelegen. Beschwerden mit dem Herzen habe Dyba bislang nicht gehabt, lediglich Probleme mit der Lunge. Das sei aber nicht Ausschlag gebend gewesen, sagte Roth. «Ich bin völlig erschüttert», sagte Dybas Pressesprecher, Alois Wostratzky. Am Sonntagmittag wurden in Fulda die Glocken des Doms geläutet.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) würdigte Dyba als engagierten Streiter für die Sache der katholischen Kirche. «In den Debatten über die großen gesellschaftlichen und kirchlichen Streitfragen wird Bischof Dyba genauso fehlen wie auf den Straßen und Plätzen der Diözese Fulda, wo er wegen seiner Nähe zu den Menschen großes Ansehen genoss», erklärte Koch. Dyba sei ein Kirchenmann gewesen, der - nie bequem und nie einfach - mit Vehemenz und Leidenschaft für seine Sicht der Dinge gekämpft habe.

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