Es bleibt beim Nein zum Kyoto-Protokoll
Vor Europabesuch verteidigt Bush seine Klimapolitik

Am Vorabend seines Europa-Besuchs hat US-Präsident George Bush seine gerade hier viel kritisierte Ablehnung des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der Treibhausgase verteidigt. Stattdessen kündigte er neue Forschungen über die globale Erwärmung und deren Bekämpfung mit Hilfe neuer Technologien an. Dabei wiederholte Bush seine Kritik an manchen Entwicklungsländern, die ebenfalls erheblich an der Erwärmung des Erdklimas beteiligt seien. Dies trug ihm von Umweltschützern umgehend den Vorwurf der Irreführung ein.

ap WASHINGTON. Die USA seien sich ihrer Verantwortung für die Verringerung der Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) bewusst, sagte Bush am Montag im Rosengarten des Weißen Hauses. Doch müsse dieses Problem durch die Entwicklung neuer Technologien gelöst werden, ohne die Wirtschaft zu schädigen. Auch müsse man die andere Seite der Medaille sehen, nämlich, dass der Rest der Welt für fast 80 % der Treibhausgase verantwortlich sei. China, das der zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen sei, und Indien würden - wie ein Großteil anderer Länder der Dritten Welt - von den Forderungen des Kyoto-Protokolls ausgenommen, kritisierte der Präsident.

In einer unmittelbar darauf in Amsterdam veröffentlichten Erklärung beschuldigte die Umweltschutzorganisation Greenpeace Bush am Montag der Irreführung. Er versuche, den Entwicklungsländern die Schuld zu geben, weil sie sich nicht an der Kontrolle der Treibhausgase beteiligen, sei aber selbst nicht bereit, mehr zu tun, als Geld für die Erforschung des Problems und die Entwicklung neuer Techniken auszugeben. "Damit verurteilt Bush unsere Kinder und deren Kinder, in einer Welt mit Mill. heimatloser Menschen, Flut- und Dürrekatastrophen ... sowie extremen Wetterereignissen zu leben", sagte der Leiter der Abteilung für Klimapolitik bei Greenpeace, Bill Hare. "Wir werden dafür sorgen, dass ihm in Europa ein warmes Willkommen bereitet wird. Möglicherweise aber nicht die Art von Wärme, die ihm vorschwebt." Am Sonntag hatten in Spanien, der ersten Station von Bushs Europareise, Tausende von Menschen gegen die Politik der neuen US-Regierung demonstriert.

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