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Es bleibt spannend

Die Wall Street sieht einer freundlichen Eröffnung entgegen. Im Vorfeld der Notenbanksitzung deuten die Futures ins Plus. Die wichtigste Frage am Morgen lautet: Wird Notenbank-Chef Alan Greenspan die US-Leitzinsen um 50 oder 75 Basispunkte senken? Kaum ein Marktteilnehmen befürchtet, dass "Big Al" die Zinsen vielleicht gar nicht senken könnte. Es bleibt spannend.

Denn "der Markt soll sich nicht zu sicher sein", warnt ein Analyst von Brokerhaus Merrill Lynch. Die Notenbank wolle auf keinen Fall als der Retter des Aktienmarktes da stehen. Sie wird sich in ihrer Entscheidung auf ökonomische Daten stützten müssen. Und diese zeigen, dass das Verbrauchervertrauen tendenziell nicht weiter sinkt. Auch die Anzahl der Automobilverkäufe entwickelt sich nicht so stark rückläufig wie befürchtet. Was sollte Alan Greenspan also dazu veranlassen, die Leitzinsen um mehr als 50 Basispunkte zu reduzieren.

Wie der Markt nun auf eine Zinssenkung reagieren wird? Ralph Acampora, technischer Analyst von Prudential Securities prophezeit eine kurzfristige Rally. Der Markt sei überverkauft, und Greenspan werde mit einer Zinssenkung heute seinen Beitrag leisten. Doch wie lange die Hausse andaure, sei fraglich. Denn der Boden sei noch nicht gefunden. Das könne noch drei bis sechs Monate dauern, so Acampora.

Noch vor Handelsbeginn meldet Goldman Sachs Quartalsergebnisse. Dem drittgrößten Brokerhaus der USA machen die schlechte US-Wirtschaftslage und die kränkelnden Aktienmärkte zu schaffen. Goldman Sachs konnte zwar den Umsatz im vergangenen Quartal von 4,5 Milliarden auf 4,7 Milliarden Dollar steigern. Doch ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1,40 Dollar pro Aktie zurück. Goldman erfüllt damit die erst kürzlich von anderen Analystenhäusern reduzierten Erwartungen. Neben Goldman Sachs werden diese Woche auch weitere Brokerhäuser Quartalsergebnisse melden.

Unter Druck geraten dürfte heute der Elektroniksektor. Nachdem Solectron gestern zwar zufriedenstellende Quartalszahlen meldete, machte der Elektronikkonzern auf das trübe dritte Quartal aufmerksam. Nun begutachten Analysten die Branche. Die Experten von Credit Suisse First Boston warnen, der Sektor für Elektronik befinde sich in dem schlechtesten wirtschaftlichen Umfeld seit 30 Jahren. Die Analysten stufen das Kursziel für Solectrons Konkurrent Flextronic von 48 auf 42 Dollar.

Selectron selber leidet unter der sinkenden Auftragszahl von Großkunden wie Cisco, Nortel und IBM und muss die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal reduzieren. Als Gegenmaßnahme plant Solectron 8 200 Arbeitsplätze einzusparen, was etwa zehn Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Lehman Brothers stuft Solectron weiterhin mit "kaufen" ein. Das Kursziel wird von 49 auf 29 Dollar pro Aktie gesenkt.

Chiphersteller Micron dürfte vor positiven Analystenkommentaren von Merrill Lynch profitierten. Im Vorfeld der Quartalsergebnisse äußert sie sich positiv. Nach Zeiten eines unruhigen Preisumfeldes beginnen sich die Preise nun wieder zu stabilisieren, so die Analysten von Merrill Lynch.

UBS Warburg nimmt American Express erneut unter die Lupe. Das Kreditkartenunternehmen habe mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Die Analysten reduzieren die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr als auch einzelne Quartale. Langfristig bestätigen sie die Aktie jedoch auf "kaufen".

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