Es drohen höhere Zinskosten durch eine Verschlechterung der Bonität
Milliardenanleihen könnte für die Deutsche Telekom teuer werden

Die europäischen Telekomkonzerne haben an ihrer hohen Schuldenlast schwer zu tragen - die Bürde könnte bald noch größer werden. Grund dafür ist die Verschlechterung der Bonität der Unternehmen. Davon betroffen ist etwa die Deutsche Telekom. Sie muss nach Berechnungen von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) bald von zusätzlichen Zinskosten über 75 Mio bis 80 Mill. US $ für Anleihen ausgehen. Unternehmenskreise bestätigten diese Schätzung. Für British Telecom steht eine Belastung von 140 Mill. £ ins Haus, erklärt DKW-Analyst Bradley Bugg dem Handelsblatt. Die Ratingagentur Moody?s kommt für die Briten zu einem ähnlichen Ergebnis.

cü FRANKFURT/M Der Grund für die Extrakosten: Beide Firmen haben Anleihen mit so genannten Step-up-Kupons begeben. Wenn also Moody?s und Standard & Poor?s (S&P) die Kreditwürdigkeit der Gesellschaften in den "BBB"-Bereich herunterstufen, womit die Anleihen gerade noch Investmentqualität haben, erhöhen sich automatisch die Kupons. Der Anleger erhält höhere Zinsen. In der Telekomindustrie sind Deutsche Telekom und British Telecom am stärksten von Abstufungen bedroht, denn die Ratingagenturen haben beide Konzerne auf die Credit-Watch-List gesetzt. Eine Verschlechterung der Bonität kann demnach schon bald Realität werden. Bei British Telecom sind sechs Anleihen mit einem Step-up-Kupons ausgestattet. Die Zinsen steigen um 0,25 Prozentpunkte, wenn entweder Moody?s oder S&P die Bonitätsbewertung von derzeit "A2" bzw. "A" auf "BBB" senken. Bei der Deutschen Telekom steigen die Zinsen von vier Anleihen um 0,50 Prozentpunkte, wenn beide Agenturen ihr Rating von "A2" bzw. "A-" auf die gleiche Note herabsetzen.

Sollten die Telekomkonzerne ihre Schuldenstruktur nicht verbessern, erwartet DKW, dass British Telecom bis Anfang Mai herabgestuft wird. Das Unternehmen hat jetzt erklärt, es wolle keine Vermögenswerte verkaufen, nur um das Kredit-Rating zu halten. Für die Deutsche Telekom könnte die Abwertung Anfang Juni anstehen, wenn die Fusion mit dem US-Mobilfunkbetreiber Voicestream abgeschlossen ist, meint Bugg. Auch Felix Kaiser von Goldman Sachs hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Kupons sich bald erhöhen.

Diese Art der Stufenzins-Anleihen ist Anfang letzten Jahres in Mode gekommen. So haben auch KPN, France Télécom und die italienische Tecnost Anleihen mit Step-up-Kupons begeben. Nach Berechnung der Deutschen Bank beträgt das Gesamtvolumen derzeit 75 Mrd..

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