Es fehlt an Investitionen
Greenspan dämpft Konjunkturoptimismus

Mit dem Hinweis auf die ungewisse Ölpreis- Entwicklung hat US-Notenbankchef Alan Greenspan die optimistischen Konjunkturerwartungen in den USA gedämpft. "Die Stärke des gegenwärtigen Wachstums muss sich erst noch zeigen", sagte Greenspan am Mittwoch vor dem gemeinsamen Bankenausschuss von Senat und Abgeordnetenhaus in Washington.

dpa WASHINGTON. Die Inflationsgefahr sei gering, eine baldige Zinserhöhung deshalb nicht in Sicht, sagte Greenspan. Der Zinssatz für Tagesgeld liegt seit Dezember auf einem 40-Jahrestief von 1,75 %.

Ein scharfer Anstieg der Ölpreise könnte die Verbraucherausgaben, die drei Viertel der US-Wirtschaft ausmachen, erheblich bremsen, warnte Greenspan. Der Kursverlust an den Börsen könnte vor allem Mittel- und Großverdiener von geplanten Ausgaben abhalten. Die Notenbank warte weiter auf Anzeichen steigender Unternehmensinvestitionen.

"Mit dem Anstieg der Rohölpreise seit Mitte Januar schwindet durch höhere Energiepreise die Kaufkraft der Haushalte", sagte Greenspan. Die Auswirkungen seien schwer abzuschätzen. Auf derzeitigem Preisniveau käme die Wirtschaft noch relativ unbelastet davon. "Ein Anstieg, der die Preise aber über längere Zeit weit über dieses Niveau hinaus schießen lässt, hätte wahrscheinlich weit reichende Konsequenzen", sagte Greenspan. Der Notenbankchef erinnerte daran, dass seit dem 70er Jahren alle Rezessionen in den USA mit einem Anstieg der Ölpreise begannen.

Greenspan verwies auf die jüngste Einschätzung der Notenbank nach ihrer Zinssitzung im März. Der Offenmarktausschuss hatte zwar ein Wachstum festgestellt, die Stärke des Aufschwungs aber als "unsicher" bezeichnet. "Wenig oder gar nichts hat sich seit dieser Einschätzung geändert", sagte Greenspan.

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