"Es fehlt an Kontrollmöglichkeiten"
Arzneimittelkosten bundesweit um 9,8 % gestiegen

Die Arzneimittelausgaben sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin von Freitag wuchsen die Ausgaben für Medikamente bundesweit um 9,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt hätten Kassenärzte Medikamente im Wert von rund 21 Mrd. Euro (40,977 Mrd. DM) verordnet.

dpa BERLIN. In 2000 lagen die Ausgaben noch bei 19,1 Mrd. Euro. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) haben fehlende Kontrollen und Ausgabengrenzen die Steigerung mitverursacht.

"Es fehlt an Kontrollmöglichkeiten", begründete der Leiter der BKK-Arzneimittelabteilung, Wolfgang Kaesbach, den Kostenanstieg. Einzelne Praxen würde kaum überprüft, Sanktionen fehlten. "Ärzte machen sich über Kosten der von ihnen verschriebenen Arzneien keine Gedanken." Allerdings hätten Mediziner kaum Möglichkeiten, Medikamentenpreise zu vergleichen, nahm Kaesbach die Ärzte in Schutz.

Schuld sind nach Ansicht des BKK-Sprechers die nach dem Amtsantritt der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gestrichenen Ausgabengrenze. "Sie hat es versäumt, wirksame Alternativen einzuführen", sagte Kaesbach. Nach dem Wegfall der Ausgabenbegrenzungen seien deutlich mehr Original-Arzneien und teurere Nachahmer-Präparate verschrieben worden.

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