Es fehlt nur noch der Medizin-Check
Elber wechselt zu Olympique Lyon

Eine Ära geht zu Ende: Giovane Elber sagt dem FC Bayern München nach über sechs Jahren "adieu" und geht künftig für den französischen Meister Olympique Lyon auf Torejagd. Beide Vereine bestätigten am späten Mittwochnachmittag, dass sich der Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison und Lyon auf einen Transfer geeinigt haben.

HB/dpa MÜNCHEN. Elber ist zur medizinischen Untersuchung gereist. "Es ist Lyon", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß dem ZDF: "Wenn die ärztliche Untersuchung okay ist, ist der Vertrag okay."

Lyon soll nach Angaben der französischen Sportzeitung "L'Equipe" eine Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro sowie einen Dreijahres- Vertrag und ein Monatsgehalt von rund 200 000 Euro für den Brasilianer geboten haben. Der Verein selbst teilte auf seiner Homepage (www.olympiquelyonnais.com) mit, man habe mit den Bayern und dem Stürmer Einigung über die Transferbedingungen erzielt. Nach dem Medizin-Check werde der Transfer offiziell gemacht.

Am Mittwoch hatte der seit 1997 für Bayern engagierte Elber erstmals seinen Abschied vom deutschen Fußball-Meister bestätigt. "Ich gehe weg", sagte der 31-Jährige nach dem Training in München, "das ist schon sicher." Er hatte zunächst den schon länger als Favoriten gehandelten AS Monaco als möglichen neuen Arbeitgeber genannt. Der französische Meisterschafts-Zweite hatte ebenso wie Titelverteidiger Lyon großes Interesse an Elber. "Ich bin mit Monaco und Lyon schon seit zehn Tagen im Gespräch", berichtete der Stürmer. Die Wechselfrist für einen noch für die Champions League geltenden Transfer läuft am Montag ab.

"Es gibt keine Ressentiments"

Nachdem sich die Spekulationen um einen Elber-Weggang in den vergangenen Tagen immer mehr verdichtet hatten, schien der Abschied des Südamerikaners am Ende nicht ganz freiwillig. "Es ist nicht so, dass ich weg will", räumte der mit 133 Toren erfolgreichste Ausländer der Bundesliga-Geschichte ein: "Der Manager hat gestern gesagt: Wenn ich will, kann ich hier bleiben. Aber für den FC Bayern ist es nicht schlecht, wenn ich weggehe."

Hoeneß ("Es wäre eine Geisteskrankheit, Elber zu behalten") widersprach dem Eindruck, der FCB wolle einen verdienten Spieler abschieben. "Nein, es gibt keinerlei Ressentiments. Giovane hat enorme Verdienste um den FC Bayern, er ist ein Spieler mit einer positiven Ausstrahlung. Das werden wir nie vergessen", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Ich bin doch selbst im Dilemma. Denn ich bin der größte Elber-Fan", meinte Hoeneß. Die Bayern planen im kommenden Sommer sogar ein Abschiedsspiel für den Brasilianer: "Es soll wirklich ein Riesen-Fest werden."

Der Elber-Transfer ist allerdings vor allem bei den Fans umstritten. Beim Bayern-Training war am Mittwoch ein Transparent zu sehen, auf dem geschrieben stand: "Lieber FC Hollywood mit Elber als FC Bayern ohne Elber." In einer Online-Umfrage des Internet-Anbieters Sport1.de waren 62,4 Prozent der 16 000 abgegebenen Stimmen gegen einen Weggang des Publikumslieblings. "Die Fans sollen weiter zum Verein stehen", versuchte Elber zu beschwichtigen.

Kapitän Oliver Kahn warnte im "Sport-Bild"-Interview davor, den Kollegen ziehen zu lassen. "Ich würde mir ganz genau überlegen, einen Spieler wie Elber abzugeben." Er habe über Jahre großartige Leistungen gebracht. Aber: "Das Geschäft ist gnadenlos."

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