Es gibt kein „Stillhalteabkommen“
IG Metall kündigt Warnstreikwelle an

Die Gewerkschaften haben nach Darstellung der IG Metall mit der Bundesregierung kein "Stillhalteabkommen" für das Wahljahr getroffen. Vielmehr ist für die zweite Aprilwoche eine erste größere Warnstreikwelle in allen Tarifgebieten geplant.

rtr/dpa HAMBURG. IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich trat damit am Mittwoch Spekulationen entgegen, die Chefs der großen Gewerkschaften hätten Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei einem Treffen am Wochenende in Hannover zugesagt, ihre Kritik an der rot-grünen Bundesregierung einzustellen. "Es gibt keinen Schmusekurs mit der Bundesregierung und kein Stillhalteabkommen", sagte Eilrich in Frankfurt.

IG Metall-Sprecher Claus Eilrich sagte, nach ersten Warnstreiks in Ostdeutschland werde es in der Nacht zum Karfreitag auch in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie zu befristeten Arbeitsniederlegungen kommen. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten zwei Stufen 2002 und 2003 von je zwei Prozent. Bundesweit arbeiten 3,6 Millionen Menschen in der Branche.

Schröder werde eine für den 8. April in Magdeburg geplante Klausurtagung der IG Metall besuchen, auf der die größte Industriegewerkschaft ihre Anforderungen an die Politik der nächsten vier Jahre formulieren wolle, sagte Eilrich weiter.

Bei dem Treffen Schröders in Hannover, an dem neben DGB-Chef Dieter Schulte, dem IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel und Verdi-Chef Frank Bsirske auch Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier teilgenommen haben soll, sei auch über die laufende Tarifrunde gesprochen worden. Zwickel habe dabei dem Kanzler seine Einschätzung über die weitere Entwicklung der Verhandlungen mit den Arbeitgebern gegeben.

Nachdrücklich dementierte Eilrich Spekulationen, zwischen den Gewerkschaften und dem Kanzler gebe es Absprachen zur Tarifpolitik und den Tarifabschlüssen dieses Jahres. "Das ist frei erfunden und eine bösartige Unterstellung", sagte Eilrich. Die IG Metall kämpfe unverändert für Einkommenserhöhungen in einem Gesamtvolumen von 6,5 Prozent und den Abschluss eines gemeinsamen Entgeltsystems für Arbeiter und Angestellte. "Von dieser Zielsetzung weichen wir keinen Millimeter ab." Der Gewerkschaftssprecher kündigte an, dass seine Organisation die Arbeitnehmer für ihre Forderungen verstärkt mobilisieren werde.

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