Es gibt sie noch – die Firmengründer
Forscher wagen die Selbstständigkeit

Trotz Wirtschaftsflaute und Pleitewelle sind sie noch längst nicht ausgestorben: junge Unternehmer, die sich in den vergangenen Krisenjahren in die Selbständigkeit wagten. Einer davon ist Ralf Lampalzer, Gesellschafter und Mitgründer der 3D Shape GmbH in Erlangen. Der Physiker gründete das Unternehmen vor gut zwei Jahren zusammen mit fünf weiteren Kollegen von der Erlanger Universität. 3D Shape hat 3D-Spezialsensoren mit der entsprechenden Software entwickelt, die vollautomatisch dreidimensionale Körper erfassen und vermessen können.

HB MÜNCHEN. "Unsere Geräte sind vielfältig einsetzbar, schnell und sehr präzise", sagt Lampalzer. Anwendungsgebiete sind der industrielle Formen-, Maschinen- und Werkzeugbau. Auch in der Medizintechnik finden die Sensoren Verwendung beispielsweise beim Vermessen von Zahnersatz und der plastischen Gesichtschirurgie, wenn Gesichter nach Unfällen rekonstruiert werden müssen. Bei der Restaurierung zerstörter Gebäude oder Kunstwerke helfen die Erlanger Geräte.

Gegründet haben die Wissenschaftler 3D Shape vor zwei Jahren mit eigenen Mitteln. Das Unternehmen finanziert sich aus laufenden Aufträgen. "Die Auftragslage war vor einem halben Jahr deutlich schlechter. Jetzt ist sie wieder gut. Die Unternehmen investieren wieder in IT", sagt Lampalzer. Trotz der anfänglichen Probleme haben die Erlanger bei einem Umsatz knapp unter 1 Mill. Euro stets schwarze Zahlen geschrieben. Den Physikern fehlt es zwar an wirtschaftlichem Know-how. Branchenexperten halten die Marktchancen aber für gut.

In der Münchener Biotech-Hochburg Martinsried war in den vergangenen beiden Jahren kaum eine Neugründung möglich. Doch mit dem Entwickler von Medikamenten gegen Depressionen, Neuronova, gibt es jetzt wieder eine Erfolg versprechende Ausgründung aus dem Max- Planck-Institut für Psychiatrie. Gründer Professor Florian Holsboer und Vorstandschef Herbert Stadler bekamen im Herbst eine erste Finanzierungsrunde von 4 Mill. Euro mit dem anerkannten Biotech-Fonds Life Science Partners zusammen. "Mit der Finanzierung können wir jetzt das Unternehmen solide aufbauen", sagt Stadler. Neuronova beschäftigt bereits 14 Mitarbeiter.

Die beiden Beispiele aus der Electronic und der Biotechnologie sind insgesamt allerdings eher die Ausnahmen. Risikokapitalgeber halten sich noch immer stark zurück, und selten sind Gründer allein für den Anfang stark genug wie bei 3D Shape. Deshalb finden die meisten Gründungen im Dienstleistungssektor und vor allem im Handel statt. Dort sind die Markteintrittsbarrieren am niedrigsten.

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