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Es gibt viel zu gewinnen

Weihnachten - Zeit für Kerzen, Gebäck und Online-Spiele. Ein Milliardengeschäft mit Tücken.

Herr Müller tötet die Moorhühner auf seinem Bildschirm und Frau Meier wandert mit ihrer neuen Identität durch die Phantasiewelt von EverQuest. Auch die Medien- und Internetbranche gibt sich zur Weihnachtszeit spielerisch. Von As Venture über Microsoft bis hin zum ZDF - alle stürzen sich auf das als neues Wachstumssegment ausgerufene Feld der Online-Spiele.



Es gibt viel zu gewinnen: Tausende neuer Computer stehen unter der festlich geschmückten Nordmanntanne und warten auf ihren Einsatz. Und da spätestens heute, am 2. Weihnachtstag die Langeweile nach dem Festessen einsetzt, wird halt gespielt und zwar auf dem neuen PC, so hoffen die Anbieter.



"Online-Spiele gehören zu den interessantesten Märkten der Zukunft", begründet Oliver Borrmann, Vorsitzender des Vorstandes der Venture Capital-Gesellschaft bmp AG sein neues Investment in die Gamigo AG , einem Portal für Online-Spiele an dem auch die Venture Capital-Gessellschaft des Springer Verlages mit einem siebenstelligen Betrag beteiligt ist. Die Zahl der Online-PC-Spieler in Westeuropa werde sich innerhalb der nächsten zwei Jahre von 8,4 Millionen auf 25 Millionen rund verdreifachen, hofft Borrmann.



Die Gründer von Gamigo wollen den "innig geliebten Besuchern des Angebots die tollste, schnellste, umfangreichste, klügste, abgefahrenste, drolligste, lustigste, informativste und schönste Spielergemeinschaft bieten, die man sich in seinen kühnsten Träumen nur erträumen kann."



Doch so spaßig ist das Geschäft gar nicht. Auch wenn einige Firmen, wie die RTV Family Entertainment AG und Phenomedia tatsächlich glauben, mit dem Moorhuhn auf Dauer Geld verdienen zu können: Die Gemeinschaft der Spieler stellt höchste Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur und die Attraktivität der Spiele. Wer sie missachtet, für den heißt es "game over".



Anbieter die hier mitspielen wollen, müssen also einen hohen Betrag auf den Tisch legen und sich auf harte Gegner einstellen. Denn die großen "Player" haben ihren Einsatz schon gemacht und halten sich nicht Hühner-Albernheiten auf, sondern investieren in mächtige Spiele-Portale.



In der Microsoft-Gamezone oder auf den Seiten von Sony gelangt der vom Weihnachtsfest gestresste Mensch zu Spielen, die weltweit von bis zu 30 000 Menschen gleichzeitig gespielt werden können. Eigene Servernetze garantieren Spielgenuss ohne Wartezeit.



Es gibt viel zu gewinnen, doch nur wer mit einem klugen Konzept die Spieler dauerhaft fesseln kann, wird auch Geld verdienen.

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