Es hätte abgemahnt werden müssen
Akten mit nach Hause genommen - gekündigt

Nimmt ein Arbeitnehmer firmeninterne Akten mit nach Hause, riskiert er noch nicht die fristlose Kündigung. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Montag bekannt gewordenen Urteil festgestellt.

HB/dpa FRANKFURT/M. Die Richter gaben damit der Klage eines Sachbearbeiters gegen eine Metallhandelsfirma statt und erklärten dessen fristlose Kündigung für gegenstandslos (Az: 9 Ca 8267/02).

Dem Arbeitnehmer war ursprünglich wegen schlechter Leistungen ordentlich gekündigt worden. Um sich auf den anstehenden Kündigungsschutzprozess vorbereiten zu können, nahm er interne Kundenunterlagen mit nach Hause. Als die Vorgesetzten noch innerhalb der laufenden Kündigungsfrist davon erfuhren, beendeten sie das Arbeitsverhältnis fristlos.

Laut Urteil hatte der Arbeitnehmer die Unterlagen jedoch "unter Wahrnehmung berechtigter Interessen" mit nach Hause genommen. Deshalb hätte ihn das Unternehmen zunächst zur Rückgabe der Akten auffordern und danach gegebenenfalls abmahnen müssen, so erläuterte die Gerichtsvorsitzende.

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