"Es ist ein Wunder geschehen"
Südkorea träumt von weiteren Großtaten

Im Triumphgefühl des überraschenden Achtelfinalsiegs über Italien träumt Südkorea von weiteren Großtaten. Experten befassen sich aber auch schon mit der weiteren Zukunft des koreanischen Fußballs.

dpa SEOUL. Im Triumphgefühl des überraschenden Achtelfinalsiegs über Italien träumt Südkorea von weiteren Großtaten. "Gibt es kein Ende für das, was das Team erreichen kann?", fragte die Zeitung "Korea Times" am Mittwoch mit Blick auf das bevorstehende WM- Viertelfinale gegen Spanien. In den Jubel über den 2:1-Erfolg vom Dienstag mischte sich zugleich ungläubiges Staunen über die Fähigkeiten des eigenen Nationalteams.

Die Worte "Wunder" und "Legende" dominierten am Tag nach der Entzauberung der hoch favorisierten Squadra Azzurra im Stadion in Daejon die Schlagzeilen. "Es ist ein Wunder geschehen, das man nicht begreifen kann", schrieb die Zeitung "Dong-A Ilbo". "Südkorea hat eine Achtelfinal-Legende geschaffen; davon konnten wir nicht träumen", hieß es in der Zeitung "Hankyoreh". "Korea triumphiert", stellte die "Korea Herald" schlicht fest.

Als Dauerbrenner lief im Fernsehen auch am Mittwoch das "goldene Tor" des Mittelfeldspielers Jung-Hwan Ahn zum 2:1. Immer wieder wurden dazu Bilder aus Seoul und anderen Städten gezeigt, wo jubelnde Menschenmassen den Triumph in der Nacht lautstark gefeiert hatten. Zwischen vier bis fünf Millionen lauteten die Schätzungen über die Zahl der Menschen, die sich die Begegnung im Freien auf Großleinwänden angeschaut hatten. "Es war der schönste Tag meines Lebens", sagte der 40-jährige Angestellte Chol-gi Chin aus Seoul.

Sportkommentatoren stellten den großen Anteil der Fans am Erfolg bei der WM heraus. "Die Spieler haben die Kraft von den Fans und der Begeisterung aller Koreaner gezogen", sagte der frühere südkoreanische Ausnahmestürmer und Bundesligaspieler Bum Kun Cha.

Auch Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Kim Dae Jung zeigte sich begeistert. "Wir Südkoreaner sind Fortunas Günstlinge", wurde er von einer Sprecherin des Präsidialamts zitiert. Das Weiterkommen des Nationalteams symbolisiere die Bestimmung des Landes für unbegrenzten Wohlstand und Stärke. Nachdem er beim Spiel gegen Italien nicht im Stadion war, wird das 76-jährige Staatsoberhaupt beim Spiel gegen Spanien am Samstag in Gwangju wieder als Fan dabei sein.

Die Experten befassen sich aber auch schon mit der weiteren Zukunft des koreanischen Fußballs. Die Errungenschaften des Nationalteams legen nach ihrer Meinung die Kluft bloß, die zwischen der Auswahlmannschaft und der koreanischen Profiliga (K-League) herrscht. "Wir können auch Spanien schlagen", sagte der Trainer der südkoreanischen WM-Mannschaft von 1994, Ho Kim. Durch die WM habe Südkorea sich der Weltklasse angenähert. Jetzt müsse allerdings auch das "durchschnittliche Fußball-Niveau" der Liga erhöht werden.

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