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Es lebe der Konsum!

Auf einen ruhigen Sommertag an den amerikanischen Märkten sollten sich Investoren nicht einstellen. Konjunkturdaten, Entlassungen und Quartalszahlen dürften heute die bestimmenden Themen sein. Dabei deuten die Futures auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin. Der Ausblick auf die nächste Notenbanksitzung in einer Woche könnte am Dienstag für weiteren Schwung sorgen.

Die Einzelhandelsdaten sind stärker ausgefallen, als im Vorfeld von Analysten erwartet worden war. In New York rätselt man, ob sich das neue Steuerpaket von US-Präsident George W. Bush bereits positiv bemerkbar gemacht hat. Im Juli blieben die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat zwar unverändert. Im Vorfeld war allerdings ein Rückgang um 0,2 Prozent erwartet worden. Ohne die Verkäufe von Autos stiegen die Zahlen um 0,2 Prozent und damit 0,1 Prozent stärker als prognostiziert.

Auf der Ertragsebene steht der Vormittag vor allem im Zeichen der Einzelhandelskonzerne. Die Nummer Eins, Wal-Mart, hat die Gewinnerwartungen im zweiten Quartal erfüllt. Dabei wurden vor allem im Lebensmittelbereich solide Wachstumsraten erzielt. Auch die ersten Steuerschecks sind eingetroffen und wurden laut Wal-Mart umgehend in Fernseher, Kameras und Waschmaschinen umgetauscht. Nach dem jüngsten Steuerpaket von US-Präsident George W. Bush erhalten steuerpflichtige Personen in den USA einen Scheck über 300 Dollar.

Der zweite Blue Chip unter den Einzelhändlern, Home Depot, hat die Gewinnerwartungen übertroffen. Die größte Baumarktkette konnte im zweiten Quartal einen Gewinn von 39 Cents pro Aktie erzielen. Damit wurden die durchschnittlichen Analystenschätzungen um zwei Cents geschlagen. Das Management geht weiterhin davon aus, dass die Schätzungen für das dritte Quartal eingehalten werden können.

Der Dritte im Bunde ist die Einzelhandelskette JC Penney, die vor Handelsbeginn die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat. Das Unternehmen hat einen Verlust in Höhe von 20 Cents pro Aktie ausgewiesen. Damit wurden die Konsensschätzungen getroffen. Der Umsatz blieb mit 7,21 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr unverändert. Für das dritte Quartal erwartet das Management einen Gewinn zwischen zehn und 15 Cents pro Aktie. Die durchschnittlichen Schätzungen lagen bisher bei zwölf Cents pro Aktie.

Weniger erfreulich als die Daten aus dem amerikanischen Einzelhandel ist ein Blick auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt. Der größte US-Finanzdienstleister, Citigroup, plant, im kommenden Jahr 3.500 Arbeitsstellen oder 1,4 Prozent der Belegschaft zu streichen. Bereits im ersten Quartal waren 1.200 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt worden. Auch der Mischkonzern Tyco greift zum Rotstift: 6.400 Arbeitsplätze wurden im bisherigen Geschäftsjahr bereits gestrichen. Laut dem Management könnten weitere 2.000 Entlassungen folgen. Last but not least kündigt der Hersteller von Kommunikationszubehör GenTek an, 1.700 Stellenstreichungen vorzunehmen. Davon betroffen sind 16 Prozent der Belegschaft.

In dieser Woche wird an der Wall Street jedoch nicht nur gespart. Das auf Öl- und Gasexploration spezialisierte Unternehmen Devon Energy wird für 3,5 Milliarden Dollar in Barmitteln und Aktien den Konkurrenten Mitchell Energy übernehmen. Durch den Zusammenschluss steigt Devon zum zweitgrößten unabhängigen Gasproduzenten der USA auf.

Nach Handelsschluss werden heute weitere Ergebnismeldungen erwartet. Das Chipunternehmen Applied Materials sowie das Softwareunternehmen BEA Systems werden ihre Geschäftszahlen für das dritte beziehungsweise das zweite Quartal vorlegen.

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