Es war alles schon mal da
Jetzt tickt’s retro

Die Modehersteller setzen auf Reminiszenzen an die gute alte Zeit - und jetzt auch die Uhrenhersteller: Sie legen alte Modelle neu auf.

Es war alles schon mal da. Mit Mode aus den 70ern und 80ern ist Mann heute modisch vorn dabei. Und wenn Autodesigner neue Top-Modelle kreieren, zitieren sie gerne die glorreiche Vergangenheit des eigenen Hauses. Retro ist in - das hat auch die Uhrenindustrie erkannt.

Zum Beispiel TAG Heuer. Die Marke, die nach eigenem Verständnis "Swiss Avantgarde since 1860" repräsentiert, lässt sich bei Neuvorstellungen von Verkaufsrennern aus der Vergangenheit inspirieren. So entstand eine ganze Uhrenlinie mit dem Namen "Classics". Klangvolle Namen wie Carrera, Monza oder Monaco tragen maßgeblich zum Erfolg der Marke bei, der mit spannenden Histörchen aus der Historie unterfüttert wird. Die Monaco war in den 70ern unter anderem deshalb ein Hit, weil sie Steve McQueen in dem Rennfahrerepos "Die 24 Stunden von Le Mans" trug. Der damalige Inhaber Jack W. Heuer machte für das Product-Placement übrigens keinen müden Franken locker.

In diesem Jahr haben die Schweizer die Zeit ein weiteres Jahrzehnt zurückgedreht und sich die Swinging Sixties vorgenommen: Sie lassen mit der neuen Autavia (3 100 Euro, rechts im Bild) einen der ersten Automatik- Chronographen der Welt wieder aufleben. Um dem Original, das die Drücker für die Stoppfunktion auf der rechten, die Aufzugskrone aber auf der linken Gehäuseseite trug, nahe zu kommen, lässt TAG Heuer dafür ein exklusives Uhrwerk fertigen.

Auch bei Omega sonnt man sich gerne im Glorienschein der Vergangenheit. Schließlich beherbergt das hauseigene Uhrenmuseum in Biel zahlreiche Schätze der Zeit- und Uhrengeschichte. Und so schufen die Schweizer die "Omega Museum Collection". Pro Jahr dient ein Museumsexponat als Vorbild für eine Serie limitierter Sondermodelle.

Nach der Fliegeruhr von 1938 und der ersten Omega mit Kalenderfunktion aus dem Jahr 1951 wird nun ein Chronograph aus dem Jahr 1945 wieder aufgelegt. Charakteristisch für diese Uhr ist das Zifferblatt mit verschiedenen Skalen, die sie zusammen mit dem Start-Stopp-Mechanismus zu einem Multifunktionsinstrument machen. So kann man mit der Omega Museum Collection 2003 (3 330 Euro) die Geschwindigkeit eines Autos messen, den Puls eines Menschen ermitteln oder feststellen, wie weit ein Gewitter noch entfernt ist.

Ein rundes Jubiläum lässt Tissot zurück zu den eigenen Wurzeln kehren. Zum 150-jährigen Bestehen nahmen sich die Tissot-Designer eines der renommiertesten Modelle aus dem Jahr 1946 vor und gestalteten daraus die limitierte Edition "Tissot Heritage 150 Jahre". Highlight ist der goldene Automatik Chronograph Chronometer, der als Erinnerung an das Gründungsjahr auf 1853 Exemplare limitiert ist (4 750 Euro).

Auch die Marke mit dem Krönchen hat ein Jubiläum zu feiern und offeriert aus diesem Anlass ein Sondermodell: die Rolex Submariner wird 50. Weil das Urmeter unter den Taucheruhren seither - Modellpflegemaßnahmen inklusive - ununterbrochen gebaut wird, erkor Rolex kurzerhand die aktuelle Submariner Date als Basis für das Jubiläumsmodell. Statt einer schwarzen Drehlünette trägt die "Submariner 1953 - 2003" (4 200 Euro) nun eine solche in der Hausfarbe Grün und etwas größere Stundenindex-Punkte. Sonst wurde nichts verändert. Bei Rolex gilt eben: Es war alles schon immer da.

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