"Es war ein Auftrag des Teufels"
Satanistenpaar gesteht Ritualmord

Im Prozess um den Satanistenmord von Witten hat das angeklagte Ehepaar am zweiten Verhandlungstag die Bluttat mit vielen Details gestanden. Die 23-jährige Manuela Ruda sagte am Mittwoch vor dem Bochumer Landgericht, die Tat sei ein Auftrag Satans gewesen: "Es war kein Mord." Ihr Ehemann Daniel bestätigte diese Aussage weitgehend.

dpa BOCHUM. Er habe den Befehl bekommen, Satan am 6. Juli ein Opfer zu bringen. Genau an diesem Tag hatte das Ehepaar nach eigenen Aussagen im vergangenen Sommer einen 33-jährigen Bekannten in ihrer Wohnung grausam getötet. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau und ihrem drei Jahre älteren Ehemann Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

In ihrer Aussage erklärte die 23-Jährige, sie habe nur Befehle aus der Unterwelt befolgt. Eine Stimme habe ihr gesagt: "Töte! Bringe Opfer! Bringe Seelen!" Die Angeklagten holten ihr Opfer, einen Arbeitskollegen des Mannes, in Herten (Nordrhein-Westfalen) ab. Sie fuhren mit ihm zu ihrer Wittener Wohnung, die mit Eichensarg, Totenkopfattrappen und SS-Runen ausstaffiert war. Nachdem ihr Mann mit einem Hammer auf den Wehrlosen eingeschlagen hatte, habe Satan auf ein Messer geleuchtet und gerufen: "Setze den Herzstich!" Nach der Gewalt-Orgie ritzte die 23-Jährige ein Pentagramm in den Oberkörper der Leiche. Damit sollte deutlich gemacht werden, dass die Seele für Satan sei, sagte sie.

Ursprünglich habe sie sich nach der Bluttat selbst umbringen wollen, sagte die Angeklagte. Doch dafür hätten ihrem Ehemann und ihr die Kraft gefehlt. Stattdessen flüchtete das Pärchen mit dem Auto nach Thüringen. In der Nähe von Jena wurde es sechs Tage nach der Tat festgenommen.

Die 23-Jährige sagte, sie habe mehrfach Kontakt zu Vampiren gehabt und sei dadurch nachhaltig geprägt worden. Ihren Ehemann lernte sie über eine Kontaktanzeige kennen. "Pechschwarzer Vampir sucht Prinzessin der Finsternis", soll darin gestanden haben. Vor rund zweieinhalb Jahren habe sie Satan ihre Seele verschrieben. Zuvor gab es angeblich Kontakt zu Geistern. Seit jener Zeit sei sie extrem lichtempfindlich. Im Gericht erschien die Angeklagte mit einer Sonnenbrille.

Ihr Ehemann wollte im Prozess ursprünglich von seinem Schweigerecht Gebrauch machen, reagierte dann jedoch spontan auf die Erklärungen seiner Frau. "Wenn man jemanden mit dem Auto überfährt, wird auch nicht das Auto angeklagt", sagte er den Richtern. An den genauen Ablauf der Bluttat will er sich nicht erinnern können. Er habe sich in einem Rauschzustand befunden. Erst als er die blutüberströmte Leiche sah, sei er wieder zu sich gekommen.

Die Urteile sollen voraussichtlich Ende Januar gesprochen werden. Den Angeklagten droht neben langen Haftstrafen die unbefristete Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

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