"Es werden höhere Maßstäbe gesetzt"
Andrea Fischer auf Experten-Rat angewiesen

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer hat heute ihre Kehrtwende bei der Rücknahme älterer Wurstwaren verteidigt.

Reuters BERLIN. Eine Rücknahme von Wurstwaren, die BSE-verdächtiges Separatorenfleisch enthalten können, sei bisher von den Behörden, die ihr Ministerium berieten, nicht diskutiert worden. Sie sei in dieser Frage auf den Rat der Experten angewiesen und habe nun darauf reagiert, sagte sie der ARD. Fischer hatte am Mittwoch zur Rücknahme der mit Separatorenfleisch produzierten Waren aufgefordert, nachdem sie zuvor einen Stopp des Verkaufs abgelehnt hatte. Die Entwicklung der letzten Wochen habe eine jahrelang gepflegte Politik überholt, sagte Fischer heute.

"Zur Zeit werden in der Öffentlichkeit, aber auch in der Wissenschaft Sachen kritisch diskutiert, die man jahrelang als völlig in Ordnung hingenommen hat", sagte Fischer. Im Moment würden höhere Maßstäbe angesetzt. Sie betonte erneut, dass sie heute prüfen lasse, ob die Rücknahme der vor dem Verarbeitungsverbot von Separatorenfleisch hergestellten Wurstwaren angeordnet werden könne.

Fischer hatte am Mittwochabend unter Berufung auf das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) die Hersteller und den Handel aufgefordert, die vor dem Verbot am 1. Oktober 2000 mit dem BSE-verdächtigen Fleisch hergestellte Wurst aus den Regalen zu nehmen. Am Morgen hatte sie einen Stopp des Verkaufs dieser Waren noch abgelehnt und EU-Gesundheitskommissar David Byrne, der dazu aufgefordert hatte, der Verantwortungslosigkeit geziehen. Der Kommissar solle erst einen Beleg für seine Behauptung beibringen, dass in der Bundesrepublik Risikomaterialien in die Wurst gekommen seien, sagte sie im Deutschlandfunk.

Fleisch von mit dem Rinderwahn BSE infizierten Rindern kann nach Ansicht von Wissenschaftlern beim Menschen eine neue Variante der meist tödlich verlaufenden Creutzfeld-Jakob- Krankheit auslösen.

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