Es werden immer weniger
Call-by-Call-Anbieter werden Opfer ihres Erfolgs

ddp.vwd BERLIN. Gut drei Jahre nach der Liberalisierung des deutschen Telefonmarktes werden die Konkurrenten der Deutschen Telekom von ihrem eigenen Erfolg eingeholt. Während sich Verbraucher über drastisch fallende Tarife für Ferngespräche freuen konnten, blieben hingegen Leitungsmieten und die an die Telekom zu zahlenden Gebühren für die Gesprächsabrechnung gleich hoch oder stiegen sogar. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen ein Anbieter wie Mobilcom mit seinem 19-Pfennig-Minutentarif als Preisbrecher galt. Für viele Anbieter, die Einzelgespräche über eine eigene "Call by Call"-Vorwahlnummer abrechnen, ist ein kostendeckender Betrieb nicht mehr möglich.

Die Marburger Teldafax AG ist das prominenteste, aber nicht das einzige Opfer dieser Entwicklung. Am vergangenen Mittwoch schaltete die Deutsche Telekom die Vorwahl des Münchener Unternehmens Callino ab. Zuvor gingen bereits Star Telecom und die ehemals am Neuen Markt notierte und mittlerweile aufgekaufte Gigabell AG vom Netz. Andere Anbieter wie Debitel stellten ihr Call-by-Call-Angebot ein und investierten dafür in profitablere Geschäftsbereiche wie den Mobilfunk.

Nach Schätzung von Branchenkennern sind von den rund 400 bei der Aufsichtsbehörde gelisteten Telekommunikations-Anbietern nur noch 60 aktiv. Und es werden wohl weniger: Nach Angaben der Telekom von Anfang April summieren sich die Außenstände der Konkurrenz auf rund 500 Mill. DM. An gut 30 Unternehmen wurde bereits die letzte Mahnung zur Begleichung der Schulden verschickt. Sollten diese der Zahlungsaufforderung nicht nachkommen, droht ihnen ebenfalls die Abschaltung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%