Es wird mit einem Rekordabsatz von mehr als 800 000 Fahrzeugen gerechnet
BMW erzielt im ersten Halbjahr Rekordgewinn

Trotz Belastungen durch Rover wurde ein Rekordüberschuss von 319 (Vorjahr 191) Mill. Euro erzielt.

Reuters / ADX MÜNCHEN. Trotz weltweit abflachender Konjunktur in der Automobilbranche drückt der Münchener BMW-Konzern weiterhin aufs Gaspedal. Der Münchener Autohersteller BMW hat im ersten Halbjahr 2000 trotz hoher Belastungen durch die inzwischen verkaufte britischer Tochter Rover einen Rekordüberschuss in von 319 (Vorjahr 191) Mill. Euro erzielt.

Der Außenumsatz sprang um 15,1 % auf 18,825 (16,351) Mrd. Euro, wie die BMW AG am Montag in München mitteilte. Die Zahlen lagen am oberen Ende der Prognosen befragter Analysten. Für die zweite Jahreshälfte rechnet BMW mit einer Fortsetzung der Ergebnisentwicklung. Der Konzern bekräftigte, der Jahresüberschuss werde deutlich über den 663 Mill. Euro liegen, die 1999 vor außerordentlichen Aufwendungen erzielt wurden.



Für dieses Jahr wird ein Rekordabsatz geplant

Für das laufende Jahr werde ein Rekordabsatz von deutlich mehr als 800 000 BMW-Fahrzeugen erwartet, hieß es weiter. Der Umsatz mit der eigenen Marke stieg um 17,4 % auf 11,791 (10,042) Mrd. Euro, der Rover-Umsatz lag bei 3,500 (3,422) Mrd. Euro.

Ein profitables Wachstum verspricht sich BMW vor allem durch die Konzentration auf ertragreiche Marktsegmente. Während die Kernmarke vor allem die Mittel- und obere Klasse bedienen soll, will der Konzern sein Angebot mit den Marken MINI nach unten und ab 2003 mit Rolls Royce nach oben abrunden.

Zudem setzt BMW nach eigenen Angaben seine Produktoffensive fort. So wird im Herbst nicht nur der neue BMW M3 auf den Markt kommen, sondern auch ein überarbeitetes 5er Modell. Der neue MINI wird der Öffentlichkeit auf dem Pariser Autosalon im September vorgestellt.

Das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft stieg um 58 % auf 719 (455) Mill. Euro. Während die Marke BMW ein operatives Ergebnis von 1,338 (1,126) Mrd. Euro erzielte, verzeichnete Rover einen auf 762 (662) Mill. Euro gestiegenen Verlust. Weitere Belastungen ergäben sich in diesem Jahr aus dem Verkauf nicht, betonte BMW.

Hauptumsatzträger während des ersten Halbjahres war weiterhin der Unternehmensbereich BMW Automobile. Hier wuchsen die Erlöse nach Konzernangaben um 17,4 % auf 11,79 Mrd. Euro, gefolgt von der ehemaligen britischen Tochter Rover (Januar bis 09. Mai) mit einem Plus von 2,3 % auf 3,5 Mrd. Euro. Hohe Zuwachsraten wurden in den Segmenten BMW Motorräder (+35,6 %) und Financial Services (+34,8 %) verzeichnet. Trotz leichter Rückgänge wurde mit rund 5,22 Mrd. Euro der größte Umsatzanteil erneut im Inland erzielt. Weitere wichtige Märkte sind Europa (4,36 Mrd. Euro) und Nordamerika (4,19 Mrd. Euro).

Auch beim Vertrieb verwies das Unternehmen auf einen neuen Rekord. So wuchsen die weltweiten Auslieferungen im ersten Halbjahr um fast neun Prozent auf rund 421 000 Fahrzeuge. Im Inland stemmte sich BMW dem Negativtrend bei den Pkw-Neuzulassungen entgegen: Während die Neuzulassungen auf dem Gesamtmarkt rückläufig waren, verbesserten die Münchener mit gut 129 000 ausgelieferten Modellen den Inlandsabsatz um 1,1 %. Publikumsliebling war weiterhin die 3er Serie, die um 14 % gegenüber 1999 zulegte. Beim ehemaligen Sorgenkind Rover wurden bis zum Verkauf an Phoenix Anfang Mai gut 100 000 Fahrzeuge abgesetzt. Leichte Einbußen verzeichnete Land Rover, die mit 89 700 Modellen etwa ein Prozent weniger verkauften.



Auch die Motorräder verkauften sich besser

Die besten sechs Monate der Konzerngeschichte vermeldete auch der Bereich BMW Motorräder. Hier wuchs die Zahl der abgesetzten Krafträder weltweit um 21 % auf 45 600. Während die Verkäufe im wichtigsten Markt Deutschland um 13,5 % auf mehr als 17 100 Krafträder zulegten, stiegen die Exporte sogar um 24 %. Auch das Segment Financial Services legte weiter zu. So stieg die Zahl der abgeschlossenen Kredit- und Leasingverträge um 18 % auf 685 000. Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um 23 % auf 23,5 Mrd. Euro. Mehr als ein Drittel aller BMW-Neufahrzeuge wurden über diesen Unternehmensbereich finanziert.

Der erfolgreiche Geschäftsverlauf schlug sich teilweise auch auf die Arbeitsplätze nieder. Im Segment BMW Automobile stieg die Zahl der Jobs bis Ende Juni um fünf Prozent auf rund 79 600. In der gesamten Konzerngruppe sank die Beschäftigtenzahl hingegen um 6,5 % auf etwa 106 600. Grund sei der Wechsel ehemaliger Rover-Mitarbeiter zu Phoenix und Ford gewesen, hieß es.

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