Esec-Verlust belastet
Unaxis-Umbau abgeschlossen

Der Schweizer Unaxis-Konzern, die frühere Oerlikon-Bührle, hat die Neuausrichtung von einem Misch-Konglomerat zu einem Technologiekonzern mit Maschinen für die Chip-Industrie und zur Beschichtung etwa von DVDs und CDs weitgehend vollzogen.

rtr ZüRICH. Doch die letzte grosse Übernahme, die des Chipautomaten-Herstellers Esec , brachte Unaxis im Konjunkturabschwung des letzten Jahres einen Betriebsverlust von 211 Mill. sfr ein.

Dass unter dem Strich noch ein um 400 Mill. auf 111 Mill. sfr ermässigter Gewinn und auch eine unveränderte Dividende von zwei sfr je Aktie übrig blieben, lag an den Realisationsgewinnen aus Firmenverkäufen von 297 Mill. sfr. Der Umsatz, der aufgrund von Devestitionen kaum vergleichbar ist, ermässigte sich auf 2,13 Mrd. von 3,29 Mrd. sfr. Im laufenden Jahr rechnet Unaxis mindestens mit einem Umsatzrückgang. Auch eine Rückgang des Betriebsgewinns sei nicht ausgeschlossen, hiess es am Montag.

Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Willy Kissling, der Architekt des Umbaus, wird sich auf dem Amt des Verwaltungsratspräsidenten zurückziehen. Sein Nachfolger als Konzernleiter wird der bisherige Chief Operating Officer Heinz Kundert.

Die Konzerntochter Esec, als Hersteller von Chip-Automaten besonders stark vom Abschwung in der Informationstechnologie betroffen, meldete für 2001 bei einem auf 189 von 647 ermässigten Umsatz einen Verlust von 92 Mill. sfr. Dort wird der Firmenchef ausgewechselt. Felix Bagdasarjanz scheidet in gegenseitigem Einvernehmen aus und wird durch den früheren Siemens-Manager und Halbleiterspezialisten Jürgen Knorr ersetzt. Knorr war bereits Mitglied im Esec-Verwaltungsrat.

Für Unaxis schlug sich der Esec-Verlust in einem Betriebsverlust von elf Mill. sfr nieder nachdem im Vorjahr noch ein Betriebsgewinn von 258 Mill. sfr angefallen war. Doch das war noch nicht alles. Auf den Esec-Goodwill nahm Unaxis zusätzlich eine Abschreibung von 200 Mill. sfr vor, so dass sich der endgültige Betriebsverlust auf 211 Mill. sfr belief. Ohne Esec habe Unaxis ein Betriebsergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit von 128 Mill. sfr erzielt, hiess es weiter. Man könne sich schon fragen, ob Unaxis für Esec zu viel bezahlt habe, sagte Kissling auf der Esec-Pressekonferenz am gleichen Tag. Er ist auch Präsident des Esec-Verwaltungsrates.

Auf der Einnahmenseite schlugen die im Zuge des Konzernumbaus anfallenden Realisationserträge aus Firmenverkäufen positiv zu Buche. Aus dem Verkauf der Pilatus Flugzeugwerke, der Leybold Optics und weiterer kleinerer Vermögensteile und Immobilien erzielte Unaxis einen Realisationsgewinn von 297 Mill. sfr. Bei einem knapp ausgeglichenen Finanzergebnis blieb unter dem Strich ein Gewinn, der mit 111 Mill. sfr aber deutlich unter den 511 Mill. sfr des Vorjahres lag.

Die Bilanz sei gesund, erklärte Unaxis weiter. Die Eigenkapitalquote stieg auf 55 von 41 %. Die Nettoliquidität habe sich als Folge der Verkäufe auf 768 von vorher 174 Mill. sfr erhöht.

Der Abschwung in der Informationstechnologie-Branche, laut Unaxis der stärkste in der rund 40jährigen Geschichte dieses Marktes, dürfte bei Unaxis auch weiterhin nicht ohne Folgen bleiben. Der vergleichbare Umsatz des Jahres 2002 dürfte unter dem des Vorjahres liegen. Der Bestellungseingang und der Umsatz würden im ersten Quartal unter den Erwartungen bleiben. Sollte sich der erwartete Aufschwung für Produktionssysteme für die IT-Industrie erst im Jahr 2003 auswirken, müsste für 2002 mit einem Betriebsgewinn (Ebit) unter dem Vorjahr gerechnet werden, teilte Unaxis weiter mit.

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