Eskalation nicht ausgeschlossen
Kaschmir-Konflikt: Vajpayee spricht von Krieg

Auch der indische Präsident springt auf den Anti-Terror-Zug auf: "Die Zeit ist reif für einen umfassendenund entschlossenen Krieg gegen den Terrorismus", erklärte er vor Soldaten in der Grenzregion zu Pakistan.

dpa SRINAGAR/LONDON. Vajpayee warf Pakistan nach Angaben der indischen Agentur UNI gleichzeitig vor, im indischen Teil Kaschmirs mit Hilfe von Terroristen einen Stellvertreterkrieg zu führen.

Indische und pakistanische Soldaten lieferten sich unterdessen neue schweren Schusswechsel an der Grenze. Zugleich verlegte Indien fünf Kriegsschiffe ins Arabische Meer. Vajpayees dreitägiger Kaschmir-Besuch wurde von einem Generalstreik in der Regionalhauptstadt Srinagar begleitet.

Zu dem Streik hatte die Separatistengruppe All Party Hurriyat Conference (APHC) aufgerufen, nachdem unbekannte Täter am Dienstag den gemäßigten moslemischen APHC-Führer Abdul Ghani Lone ermordet hatten. Laut "Times of India" lastet Lones Familie das Attentat der pakistanischen Regierung und deren Geheimdienst ISI an. Vajpayee verurteilte den Mord und sprach von einem Rückschlag für den von der Regierung initiierten Friedensprozess. Ein hoher pakistanischer Beamter hatte den Mord als "weiteres Beispiel des indischen Staatsterrorismus" bezeichnet. Lone galt als gemäßigter Rebellenführer, da er Gespräche mit der indischen Regierung über ein unabhängiges Kaschmir befürwortete.

Um eine kriegerische Eskalation des Kaschmir-Konfliktes abzuwenden, will der britische Außenminister Jack Straw in der kommenden Woche Indien und Pakistan besuchen. Straw nannte die Möglichkeit eines Krieges zwischen Indien und Pakistan eine zutiefst beunruhigende Realität. Er sagte in London, beide Länder hätten sogar öffentlich über einen möglichen Atomkrieg gesprochen. "Es gibt eine große Notwendigkeit, den Terrorismus zu beenden, die Spannungen zu verringern und dann den Dialog aufzunehmen." Für seinen Besuch habe er aber "keinen vorbereiteten Friedensplan".

Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf sagte am Mittwoch vor Journalisten, sein Land sei für einen Krieg gewappnet, werde aber weiter für den Frieden arbeiten.

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