Espresso
Saeco sorgt für Espresso

Der italienische Espressomaschinenhersteller Saeco macht gute Geschäfte. Das Unternehmen hat jetzt den deutschen Markt ins Visier genommen, wo es 30 Prozent seines Umsatzes macht. Das Geschäft soll in den kommenden Jahren zweistellig wachsen, doch Analysten sehen Risiken.

MAILAND. Es gibt Bereiche des Lebens, in denen legen die Italiener ein unerschütterliches Selbstbewusstsein an den Tag. Essen und Trinken gehören dazu. "Auch im Rest der Welt beginnt man inzwischen, guten Kaffee dem schlechtem vorzuziehen", sagt Sergio Zapella, Gründer und Chef des Espressomaschinenherstellers Saeco im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit den Marken Saeco, Gaggia und Spidem hat das börsennotierte Unternehmen einen Marktanteil von knapp einem Drittel in Europa. Inklusive der Zulieferungen an andere Hausgerätehersteller, die Saeco-Geräte unter eigenem Namen verkaufen - zum Beispiel Krups, Siemens, Miele -, kommt das Unternehmen auf eine Quote von 70 Prozent. Besondere Hoffnungen legt Zapella auf den deutschen Markt, wo Saeco inzwischen mehr Maschinen verkauft als in Italien. Hier zu Lande macht das Unternehmen knapp 30 % seines Umsatzes, der im letzten Jahr um 10 % auf 348 Mill. Euro stieg. "Deutschland ist für uns die Zukunft." Zapella hofft, dass sein Unternehmen in Deutschland das gleiche Phänomen wie vor 15 Jahren in der Schweiz erleben wird, wo der Espresso "einen unvergleichlichen Siegeszug" antrat.

Statistische Daten geben Zapella recht: Während der europäische Markt für Filterkaffeemaschinen seit Jahren stagniert, wächst die Nachfrage nach Espressomaschinen um durchschnittlich 20 % pro Jahr. Umsatzbezogen haben Espressomaschinen mit 487 Mill. Euro (+ 18 % in 2001) bereits die Nase vorn. Innerhalb dieses Marktes wachsen die Verkäufe vollautomatischer Geräte besonders stürmisch, seit 1997 lag die jährliche Wachstumsrate bei 37 %. Dieses profitable Segment wird von Saeco dominiert; außer den Italienern stellt nur Eugster, eine Schweizer Familienfirma, Geräte dieses Typs her.

Während traditionelle Kaffeemaschinen einen Verkaufspreis von 33 Euro erzielen, kosten manuelle Espressomaschinen 150 Euro und Espresso-Vollautomaten 500 Euro. Dass die Gewinnspannen bei letzteren deutlich höher liegen, kann man an der außergewöhnlich hohen Ebitda-Marge (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von Saeco ablesen. Im letzten Jahr lag sie bei 23 %, in den kommenden Jahren soll sie auf 28 % steigen.

Dennoch kann Zapella mit seiner Bilanz nicht ganz zufrieden sein. Statt der geplanten 15 % wuchs der Umsatz nur um 10 %. Das Nettoergebnis ist sogar nach Sonderabschreibungen um 83 % auf nur noch 4 Mill. Euro abgestürzt. Hauptgrund dafür war die Pleite des französischen Hausgeräteherstellers Moulinex, an dem Saeco mit 5 % beteiligt war und mit dessen Tochter Krups ein weit reichendes Vertriebsabkommen besteht. Doch auch ohne diese Sonderfaktoren sehen Experten Risiken. Das Bankhaus Julius Baer glaubt, dass Saeco künftig mehr Konkurrenz bekommen wird und Marktanteile verlieren könnte. Neben dem Konkurrenten Eugster scheint auch der italienische Hausgerätehersteller De Longhi bald in den Markt für Espressomaschinen einsteigen zu wollen. Daher sind die Analysten in ihren Prognosen etwas vorsichtiger als Zapella, der in den kommenden Jahren weiterhin zweistellige Umsatzzuwächse sowie steigende Ertragsmargen in Aussicht stellt.

Von Marcello Berni

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