"Essential Harvest" mit tragischem Beginn
Britischer Soldat bei Mazedonien-Einsatz getötet

Noch vor dem eigentlichen Beginn des Nato-Einsatzes zur Entwaffnung der albanischen Rebellen ist ein britischer Soldat in der Nähe von Skopje bei einem Anschlag getötet worden.

ap SKOPJE/PRISTINA. Der Mann war am Sonntagabend unterwegs in die Hauptstadt Skopje, als eine Gruppe Jugendlicher einen Betonblock in sein Fahrzeug warf, wie ein Militärsprecher am Montag mitteilte. Der Soldat wurde am Kopf getroffen. Er wurde zunächst in ein US-Militärhospital im Kosovo gebracht und dann nach Skopje verlegt, wo er seinen Verletzungen erlag.

Eine weitere Person in dem Fahrzeug blieb bei dem Angriff unverletzt. Darüber hinaus detonierten in der Nacht zum Montag in Skopje zwei Bomben, beide in der Nähe von Einkaufszentren. Verletzt wurde niemand.

Die Zwischenfälle zeigten erneut, von welch starken Spannungen zwischen Slawen und Albanern die Nato-Aktion zum Einsammeln von Waffen albanischer Rebellen geprägt ist. Im Norden des Landes, an der Grenze zum Kosovo, herrschen seit einem halben Jahr kriegsähnliche Zustände. Die Nato-Operation soll die Verwirklichung eines Friedensplans für das Balkanland einleiten. Die Albaner sollen demnach den bewaffneten Kampf im Gegenzug für mehr politische Rechte beenden.

Dabei wollen rund 3500 Soldaten des Bündnisses in den kommenden 30 Tagen 3300 Waffen einsammeln. Diese Zahl wird jedoch von der Regierung in Skopje als zu niedrig kritisiert. Die Operation "Essential Harvest" (Notwendige Ernte) findet unter britischem Oberbefehl statt. Der Bundestag will am kommenden Mittwoch darüber entscheiden, ob auch 500 Soldaten der Bundeswehr an dem Einsatz teilnehmen.

"Es gibt keine Garantien, und der Weg wird nicht einfach", sagte Generalmajor Gunnar Lange, Kommandeur der Operation. "Aber die Alternative ist klar. Die Alternative ist Krieg." Das UCK-Angebot zum Umfang der Waffenabgabe liege sehr nahe an den Schätzungen der Nato, sagte Lange. Dagegen erklärten Vertreter der mazedonischen Regierung, man habe sich noch nicht darauf geeinigt, die Zahl der Nato anzuerkennen. Die Regierung in Skopje schätzt, dass die Rebellen über etwa 60 000 Waffen verfügen.

Mutmaßliche albanische Rebellen im Kosovo festgenommen

Friedenssoldaten im Kosovo nahmen in der Nähe der Grenze zu Mazedonien 96 mutmaßliche albanische Rebellen fest. Die Männer hätten am Sonntagabend die Grenze im US-Sektor des Kosovos überschritten, erklärte ein KFOR-Sprecher am Montag. In den vergangenen Tagen nahmen Mitglieder der Friedenstruppe bereits mehrfach mutmaßliche Rebellen fest. Das Kosovo gilt als eine ihrer wichtigsten Nachschublinien.

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