Estland, Litauen und Slowenien vor Aufnahme in Vorbereitungsphase
Euro-Gruppe bereitet Erweiterung vor

Estland, Litauen und Slowenien drängen in die europäische Währungsunion. Zwei Monate nach ihrem EU-Beitritt werden die beiden Balten-Staaten und wahrscheinlich auch die frühere jugoslawische Teilrepublik in Kürze in die Vorbereitungsphase der Währungsunion eintreten. Dies berichten EU-Kreise in Brüssel.

jh/hst BRÜSSEL. Dass der Beschluss der Euro-Staaten und der Europäischen Zentralbank (EZB) voraussichtlich schon am Sonntag fallen soll, wollten die Kreise aus Sorge vor spekulativen Reaktionen der Märkte aber nicht bestätigen. Der Start der Vorbereitungsphase sei "jederzeit möglich", sagte ein Sprecher der estnischen Regierung. Oliver Stönner, Experte für Osteuropa bei der Commerzbank in Frankfurt, erwartet, dass die Währungen der übrigen neuen EU-Staaten in den kommenden Monaten einem stärkeren Spekulationsdruck ausgesetzt sein werden.

Die Regierungen in Tallinn, Vilnius und Ljubljana haben mehrfach bekräftigt, dass sie die Gemeinschaftswährung 2006 bzw. 2007 einführen wollen. Vor der Euro-Einführung müssen die Kandidaten mindestens zwei Jahre in das Europäische Wechselkurssystem (EWS II) eingebunden sein. Voraussetzung dafür ist die Erfüllung der Stabilitätskriterien: Haushaltsdefizit und Schuldenstand dürfen drei bzw. 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nicht übersteigen; die Inflation muss nahe der Preisentwicklung der Euro-Zone liegen. "In Estland und Litauen stimmt der Politik-Mix", heißt es in Brüssel. "Beide Staaten verfolgen eine glaubwürdige Finanz- und Geldpolitik sowie eine nachhaltig stabile Wirtschaftspolitik." Zudem hätten sie durch Sanierung und Privatisierung leistungsfähige Bankensysteme geschaffen, schreibt Joachim Legat von der Vereins und Westbank - in der Fachzeitschrift Ost-West-Contact. Slowenien weise nicht so exzellente Daten, aber eine relativ stabile Entwicklung aus, ergänzen EU- Kreise.

Euro-Gruppe und EZB müssen nun den Leitkurs der Währungen der neuen EWS-II-Mitglieder zum Euro festlegen. Zudem bietet die EU einen Zielkorridor an, innerhalb dessen die Währungen der EWS II schwanken können. Im Fall Dänemarks, das dem EWS II angehört, den Euro aber nicht einführen will, gilt eine Schwankungsbreite von fünf Prozent um den Leitkurs. Grundsätzlich sieht die EU einen Korridor von 15 Prozent ober- und unterhalb des Leitkurses vor. Die EZB ist verpflichtet, zu Gunsten der EWS-II-Währungen zu intervenieren, wenn die Grenzen des Korridors erreicht werden.

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