ETA während "Waffenruhe" völlig neu organisiert
Kampf gegen ETA eint Regierung und Opposition in Spanien

dpa MADRID. Im Kampf gegen den ETA-Terror wollen Spaniens konservative Regierung und die sozialistische Opposition noch enger zusammenarbeiten und alle Differenzen beiseite lassen. Eine gemeinsame politische Front gegen die baskische Separatisten- Organisation sei unerlässlich, hieß es am Donnerstag nach einem vierstündigen Treffen von Innenminister Jaime Mayor Oreja mit Vertretern der Sozialisten (PSOE). Die Beratungen waren der Auftakt zu Krisengesprächen mit allen Parlamentsparteien über die gegenwärtige Terror-Offensive der ETA. Bei Anschlägen der Organisation sind dieses Jahr bereits zwölf Menschen getötet worden.

Mayor Oreja hatte zuvor vor der Gefahr neuer Attentate gewarnt. "Die kommenden Monate werden schwierig." Deshalb ermahnte er die Kommunalpolitiker der regierenden Volkspartei (PP) im Baskenland, nicht auf ihre Leibwächter zu verzichten. Der am Dienstag erschossene PP-Stadtrat Manuel Indiano (29) sei ein leichtes Ziel gewesen, weil er jeglichen Schutz abgelehnt habe. Die PP stellt ihren Politikern im Baskenland seit Jahren Leibwächter zur Seite.

Mayor Oreja räumte Probleme im Kampf gegen die ETA ein. Diese habe sich während ihrer 14-monatigen "Waffenruhe" völlig neu organisiert, was die Polizeifahndung erheblich erschwere. Bei seinen Gesprächen wird sich der Minister in der kommenden Woche erstmals nach zwei Jahren der Konfrontation auch mit den im Baskenland regierenden Nationalisten (PNV) treffen. Mayor Oreja gibt sich jedoch skeptisch. Solange es eine Zusammenarbeit zwischen den Nationalisten und der radikalen Separatistenpartei Herri Batasuna (HB/Volksunion) gebe, sei ein Konsens nahezu ausgeschlossen.

In Madrid ist die Polizei nach Presseberichten unterdessen aus Furcht vor einem neuen ETA-Anschlag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Sicherheitsvorkehrungen seien vor allem in Stadtvierteln verschärft worden, wo Angehörige des Militärs wohnen, schrieb die Zeitung "El Mundo". Bei der Explosion von drei Autobomben sind in der spanischen Hauptstadt seit Januar ein Oberstleutnant der Streitkräfte getötet und 20 Menschen verletzt worden.

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