Etablierte Anbieter profitieren von Konjunkturflaute
SAP-Chef bezweifelt rasche konjunkturelle Erholung

Hasso Plattner, der Vorstandssprecher der SAP AG, Walldorf, hat die Prognose des Softwarekonzerns für das dritte Quartal bestätigt. "Wir sehen den Abschwung, wir sehen aber auch unseren Marktanteil wachsen. Deshalb halten wir an unserer Prognose fest", sagte der SAP-Mitgründer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

WALLDORF. SAP hatte für dieses Jahr ein Umsatzplus von mindestens 20 Prozent und eine Steigerung der operativen Rendite um ein bis zwei Prozentpunkte angekündigt. Damit wies Plattner Spekulationen über eine bevorstehende Gewinnwarnung zurück, die die SAP - Aktie kräftig unter Druck gesetzt hatten.

Plattner zweifelt an einer raschen konjunkturellen Erholung. Zur Diskussion der Experten, ob es sich beim Konjunkturverlauf um ein V oder ein U handeln werde, sagte der SAP-Vorstandssprecher: "Ich glaube nicht an Wunder. Das kann ein ganz schön breites U werden". Der Markt für IT-Investitionen und Unternehmenssoftware befände sich in einer Rezession. "Eine Trendwende sehe ich nicht und wage auch keine Prognose, wann sie kommen wird", erklärte Plattner. Allerdings gebe es im Bereich Unternehmenssoftware eine Verschiebung der Aufträge hin zu etablierten Software-Anbietern. Deshalb wachse der Marktanteil der SAP. "Aber wir können gar nichts machen, wenn ein Abschluss um drei Monate verschoben wird. Ob es dafür genügend Ausgleich gibt, wissen wir erst am Quartalsende", schränkte Plattner ein.

Der SAP-Chef deutete an, bei dem US-Unternehmen Commerce One eine aktive Rolle einnehmen zu wollen: "Wir sind als einer der Hauptaktionäre aufgerufen, Mittel und Wege zu finden, wie Commerce One eine vernünftige Zukunft hat. Eine komplette Übernahme sei theoretisch eine Option, aktuell aber kein Thema. Der Spezialist für elektronische Marktplätze leidet unter einer Nachfrageschwäche. SAP hatte deshalb mit einer Finanzspritze in Höhe von 225 Mill. $ geholfen.

Plattner:"Wir brauchen eine Kultur der Weltoffenheit"

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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