Etappe von Metz nach Reims
Platz zwei beschert Zabel das Gelbe Trikot

Am Dienstag gelang der Zabel-Plan nach zwei bitteren Enttäuschungen in Luxemburg und Saarbrücken wenigstens zur Hälfte. Der Weltranglisten-Spitzenreiter holte sich auf der 3. Etappe der Tour de France zum zweiten Mal nach 1998 das Gelbe Trikot.

HB/dpa/sid REIMS. Auf den angestrebten insgesamt 12. Etappensieg seiner Karriere musste Erik Zabel, der vor zwei Tagen seinen 32. Geburtstag gefeiert hatte, allerdings erneut verzichten. Trotzdem konnte in der Champagnerstadt Reims der Schaumwein im Telekom-Hotel fließen.

"Es war heute besonders schwer, weil alle von mir den Sieg erwartet haben. Trotzdem bin ich natürlich absolut happy", meinte Zabel. Im Massensprint hatte wieder ein anderer die Nase vorn: Der Australier Robbie McEwen gewann den Tagesabschnitt von Metz nach Reims über 174,5 km vor Zabel. Durch vier gesammelte Sekunden- Gutschriften in drei Zwischensprints gelang dem "Sportler des Jahres" aus Unna aber der Sprung an die Spitze des 189 Fahrer starken Fahrerfeldes. Strahlend streifte der Telekom-Kapitän das Gelbe Trikot über, das Jan Ullrich im Bonner Team zuletzt 1998 trug. Jens Voigt aus Berlin hielt es im Vorjahr einen Tag in seinem Besitz.

Zabel, auch weiter Spitzenreiter in der Punktewertung, übernahm Gelb vom Schweizer Rubens Bertogliati, wird aber aller Wahrscheinlichkeit nur 24 Stunden daran Freude haben, weil nach dem Mannschafts-Zeitfahren am Mittwoch ein Nachfolger schon bereit steht. Kaum anzunehmen, dass sich Telekom auf den den 67,5 km von Epernay nach Chateau Thierry gegen US Postal mit Lance Armstrong (USA) oder Once mit Igor Galdeano und Joseba Beloki (beide Spanien) behaupten kann.

Wie an den Vortagen hatte das Telekom-Team mit nahezu perfektem Teamwork dafür gesorgt, dass Zabel in privilegierter Position auf die Zielgerade kam. Anders als sonst wartete er aber diesmal länger ab, bevor er nach vorne schoss. Doch auch diesmal fand der sechsfache Gewinner des Grünen Trikots seinen Meister. Das Trostpflaster in Form des Gelben Trikots konnte sich sehen lassen. Zabel führt im Gesamtklassement jetzt mit acht Sekunden vor dem Tagessieger.

Lange war der Franzose Franck Renier virtueller Spitzenreiter. Zusammen mit seinem Landsmann Jacky Durand, Spezialist für lange Alleinfahrten, hatte er sich schon kurz nach dem Start abgesetzt. Dadurch waren die ersten beiden mit Sekunden am höchsten dotierten Zwischensprints aus Zabel-Sicht bereits verloren. Dazu verpasste er beim ersten Zwischensprint in Verdun auch Rang drei und zwei Sekunden - der Tscheche Svorada war schneller.

In Sainte Menehould klappte es dann für den gebürtigen Berliner und in Suippes 44 km vor dem Ziel beim dritten und letzten Zwischensprint des Tages war Zabel hinter den beiden Ausreißern wieder schnellster. Damit hatte er sich in der Hochrechnung zwei Sekunden vor Bertogliati gesetzt. Das war für das Finale besonders interessant, weil Renier und Durand, nicht zuletzt auf Initiative des Telekom-Teams, acht Kilometer vor dem Ziel gestellt worden waren.

Zabel hatte sich diesmal nur in Bezug auf seinen angestrebten Etappensieg verrechnet. Gemessen an der absoluten End-Geschwindigkeit gibt es im Peleton zur Zeit mindestens zwei Fahrer, die mehr Möglichkeiten als Zabel haben: Doppel-Weltmeister Oscar Freire (Spanien), der am Montag siegte, und McEwen.

Beim Zeitfahren, das Telekom bereits vor dem Tourstart am vergangenen Samstag abgefahren hatte, gehörten die Bonner - zumal ohne den starken Zeitfahrer Jan Ullrich - alles andere als zu den Favoriten. Dem dreifachen Toursieger Armstrong werden die größten Chancen eingeräumt, ab Donnerstag in Gelb zu fahren. Sein US-Postal- Team mit den starken Zeitfahrern Landis, Rubiera, Pena und vor allem den wieder aktivierten Jekimow scheint schwer bezwingbar.

Sicher auch nicht von Vorjahres-Gewinner Credit Agricole mit Jens Voigt. Im Team des Berliners offenbarten aschon auf den ersten Tour- Kilometern Christophe Moreau (Frankreich), Thor Hushovd (Norwegen) und am Dienstag auch Stuart O'Grady große Schwierigkeiten. 40 km vor dem Ziel fuhr der australische Sprinter zum Wagen des Tour-Arztes Gerard Porte, weil sein Pulsmesser alarmierende Werte anzeigte. Trotzdem sprintete der Australier am Schluss ganz vorn mit.

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