Etappensieger heißt Garmendia
Zabel verliert Weißes Trikot

Die Zabel-Zeit ist vorerst vorbei. Bei der Deutschland-Tour schlug am Mittwoch die Stunde des Spaniers Aitor Garmendia.

dpa SCHONACH. Der zweite der vergangenen Deutschland-Tour gewann die dritte Etappe über 192,5 km von Bühlertal nach Schonach im Schwarzwald und übernahm vom Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel, der die beiden ersten Etappen gewonnen hatte, die Führung in der Gesamtwertung.

Zu den großen Gewinnern gehörten die Topfahrer des Coast-Teams, das nicht zur Tour de France eingeladen wurde. Vorjahressieger Alexander Winokurow (Kasachstan) verlor auf Coast- Profi Garmendia 1:33 Minuten und damit wahrscheinlich die Aussichten auf die Wiederholung seines Erfolges von 2001. Die dritte Etappe verlief so gar nicht nach dem Geschmack der Telekom-Mannschaft.

Favoriten dicht beieinander

Vor dem 37,6 km langen Zeitfahren am Donnerstag von Villingen nach Bad Dürrheim liegen weitere Favoriten hinter Garmendia dicht beieinander: Igor Gonzalez und David Plaza aus Spanien, Alex Zülle (Schweiz) und Jens Voigt aus Berlin überstanden die Königs- Etappe im Zentrum der Kuckucksuhren-Fabrikation ohne große Zeitverluste auf den neuen Spitzenreiter. "Wir hatten diesen Angriff heute geplant. Dass aber alles so perfekt geklappt hat, macht mich unheimlich froh. Wir konnten am Schluss auch taktieren, weil Telekom in Unterzahl war", sagte der Coast-Manager Marcel Wüst, der für das Abend-Buffet im Hotel Champagner für sein Team auslobte.

Der 1240 Meter hohe Kandel war die höchste Erhebung der dritten Etappe. 75 km vor dem Ziel gewann Christian Werner aus Niedernhausen die letzte von vier Bergwertungen an der Spitze einer 28 köpfigen Spitzengruppe, in der die Teams Coast und Once den Ton angaben. Bei zum Teil strömendem Regen hatte Zabel im Weißen Trikot zu diesem Zeitpunkt schon über vier Minuten verloren. Er tauschte es im Ziel mit dem Schwarzen Trikot des Punktbesten, dass er sich bisher in jedem Jahr nach der Wiederbelebung der Tour seit 1999 gesichert hatte. Jörg Jaksche aus Ansbach ist im Gesamtklassement als fünfter jetzt bester Deutscher.

Starke Spitzengruppe

Auf dem Weg nach Schonach, auf dem es vorne zahlreiche Attacken gab, wurden die Abstände wieder geringer und die Spitzengruppe hatte sich zwischenzeitlich auf 33 Fahrer vergrößert. Am Fuß der letzten, knapp fünf Kilometer langen Steigung ins 911 Meter hoch gelegene Schonach hatte der 34-jährige Garmendia angegriffen. Winokurow konterte, scheiterte dann aber quasi vor der Haustür seines verletzten Team-Kapitäns Jan Ullrich an seinem angeschlagenen Tempo. Danach gab Zülle "Gas".

Im Ziel hatte Garmendia 23 Sekunden Vorsprung vor Galdeano auf Rang zwei. Dahinter folgte die Zülle-Gruppe mit weiteren 20 Sekunden Rückstand auf Galdeano. Die Telekom-Routiniers Rolf Aldag (Ahlen) und Udo Bölts (Heltersberg) erreichten das Zeil noch vor Winokurow.

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