Ethernet wird durchgängiges Protokoll
Auf dem Weg zum einheitlichen Netz

Die IT-Systeme in den Unternehmen werden immer weiter vernetzt. Ethernet, bisher auf lokale Netze beschränkt, zieht nun auch in so genannte Weitverkehrsnetze ein. Über weiterentwickelte Ethernet-Breitband-Dienste sollen lokale, regionale und globale Netzwerke miteinander verknüpft werden.

DÜSSELDORF. Im Gegensatz zu den komplexen Netzwerken der Großunternehmen, die durch ihr historisches Wachstum eine Vielzahl von Protokollen, Betriebssystemen und Zugangssystemen vereinen, lassen sich kleine und mittlere Netzwerke in der Regel strukturiert aufbauen. Um die Mitarbeiter untereinander und mit der Außenwelt zu verbinden, benötigt ein Unternehmen im ersten Schritt ein so genanntes LAN (Local Area Network). Mit einem Switch als zentralem Kopplungselement erhält jeder Benutzer eine dedizierte Bandbreite von 10 (Ethernet) oder 100 Megabit (Fast Ethernet) pro Sekunde, über die sich Daten mit anderen Mitarbeitern oder zwischen Servern austauschen lassen.

Gigabit-Ethernet mit 1 000 Megabit pro Sekunde bietet eine weitere Steigerung um den Faktor 10. Wegen der großen Leistungsreserve wird Gigabit-Ethernet zurzeit überwiegend zum Anschluss einzelner Power-User mit besonders hohen Anforderungen oder am Backbone eingesetzt, um mehrere Netzwerk-Segmente zu verbinden. Gigabit-Ethernet eignet sich aber auch zur Übertragung von Sprache und Video über Datenleitungen. Da nur noch eine physikalische Verbindung für diese bislang separaten Netzwerke benötigt wird, sinken die Kosten für Wartung und Installation.

Die Global-Ethernet-Technologie soll nun Ethernet-Breitband-Dienste über lokale, regionale und auch globale Netzwerke ermöglichen. Gedacht sind solche Netzstrukturen für die Anbindung von städtischen Mehrfamilienhäusern, Campus- Netzwerken und Ethernet-basierten Diensten auf interkontinentalen Netzwerken.

Die traditionellen Transporttechnologien für die Telekommunikation sind aber nur sehr aufwendig auf das Ethernet-Protokoll aufzurüsten. Anbieter von Datenservices benötigen aber eine Netzwerkinfrastruktur, welche die Eigenschaften von ATM- und Sonet-Netzen (Geschwindigkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit) mit hoher Datenkapazität, Skalierbarkeit und geringen Kosten eines Ethernet-Netzwerks kombiniert. Dem entspricht eine Ethernet-Serviceplattform mit Sprachunterstützung und Servicequalität (QoS). Mehrwertdienste wie Virtual Private Networks (VPN) und Application Service Providing (ASP) sowie moderne Verrechnungsmöglichkeiten (Provisioning/Billing) sind weitere wesentliche Funktionen. Der Provider ist somit in der Lage, diese Extras rentabel zu vermarkten.

"Optische Netze sind die zukünftige Basis für Breitbanddienste. Ethernet hat sich in den letzten Jahren von 10 auf 100 Megabit/Sekunde weiterentwickelt, und nun steht die Gigabit-Generation an. Ethernet ist daher auch die ideale Technologie für das WAN. Unsere Strategie zielt auf die Kombination von Quality of Services mit DTM sowie Sonet/SDH in Europa respektive den amerikanischen Standards", erklärt Chief Technology Officer Richard G. Willson von Allied Telesyn. Die DTM-Vermittlungs-Technologie (DTM - Dynamic Synchronous Transfer Mode) wurde vor einigen Jahren in Schweden von Ellemtel und dem Royal Institute of Technology entwickelt.

Die ebenfalls schwedische Firma NetInsight konzipierte inzwischen auch die Chips, so dass ein komplettes System vorliegt. Neben diesen frühen Initiatoren kamen die Telekom-Provider TeleNor Tele Danmark sowie später Allied Telesyn, BAE, Telecom Austria, Telia sowie Tele2 hinzu. Damit ist eine breite europäische Präsenz gegeben.

DTM ist kompatibel zu den Telekommunikationsstandards Sonet/SDH. Der Anwender kann die benötigte Bandbreite selbst festlegen und ist deshalb nicht an die vorgegebene Priorität eines Pakets gebunden. Das Resultat ist ein besserer Durchsatz für den heutigen Breitband-Bereich, in dem 80 Prozent der Applikationen höchste Priorität verlangen. "DTM separiert unterschiedlichen Verkehr in einzelne Kanäle, die entsprechende Bandbreite garantieren und Pakete priorisieren können. Und die Bandbreite ist dynamisch an die Anforderungen anpassbar", so Willson.

DTM wurde besonders für Services wie LAN-Emulation, IP, PDH, SDH/Sonet oder Video-Streaming auf Glasfasermedien konzipiert. Eine wesentliche Applikation ist die Verbindung geografisch verteilter LAN durch den Transport von Ethernet-Paketen über DTM-Kanäle. Damit lassen sich auch virtuelle LAN (VLAN) über das DTM-Netz aufbauen und IP-Knoten einfach an das Netz anbinden.

Auf der letzten Meile setzt sich XDSL und hier besonders ADSL (Asymetric Digital Subscriber Line) in Europa immer mehr durch. DSLAM (DSL Access Multiplexors) aggregieren den Verkehr der einzelnen Teilnehmer, sie weisen oft ein ATM-UNI- oder Ethernet-Interface an der Schnittstelle zur Vermittlungstechnik der Telekom auf.

Auch hier ist DTM hervorragend geeignet, den aggregierten Verkehr der XDSL-Nutzer vom DSLAM zum Service-Zugriffspunkt (Point of Presence, PoP) zu transportieren. DTM kann sich durch die feine Granularität von 512 kbps dynamisch an den durch die DSLAM generierten Verkehr anpassen und vermeidet so eine Überversorgung. Auch kann DTM die Bandbreiten-Ressourcen dynamisch zwischen den einzelnen DSLAM verteilen.

DTM ist auch für Service-Provider eine erste Wahl, um breitbandige und zuverlässige Netze für Web-Hotels oder MPEG-Content aufzubauen.

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