Ethikbranche verzeichnet Zuflüsse
Anleger entdecken Nachhaltigkeitsfonds

Während Aktienfonds unter steigenden Abflüssen leiden, verzeichnen Nachhaltigkeitsfonds langsam aber stetig Zuflüsse.

mym FRANKFURT/M. Inzwischen sind 2,6 Mrd. Euro in Nachhaltigkeitsfonds investiert, die in Deutschland erhältlich sind. Ende vergangenen Jahres waren es noch 2,1 Mrd. Euro. Im Vergleich zu den Summen, die insgesamt in Fonds investiert sind, ist das zwar nur ein Klacks. "Aber in der momentanen Marktsituation ist das schon ordentlich, wenn man überhaupt Zuflüsse verzeichnet", sagt Kirein Franck, Leiter des Investmentresearchs beim Martktforschungsinstitut Imug. Bei der nachhaltigen Geldanlage werden besondere soziale und ökologische Aspekte beachtet. Zum Beispiel sind meist Unternehmen tabu, die ihr Geld mit Waffen, Alkohol oder Tabak verdienen.

Dass die Nachfrage nach nachhaltigen Investments steigt, haben auch die Fondsanbieter bemerkt. Mittlerweile sind nach Angaben von Imug 68 nachhaltig investierende Fonds in Deutschland erhältlich. Diese richten sich nicht nur an private Anleger. "Gerade institutionelle Investoren interessieren sich für Nachhaltigkeitsfonds", sagt Christoph Butz, Nachhaltigkeitsexperte bei der Schweizer Bank Pictet. Denn Investoren wie beispielsweise Pensionskassen müssten in einigen europäischen Ländern, etwa Deutschland und Großbritannien, angeben, wie viel Vermögen sie in nachhaltigen Investments anlegen. Zwar sind sie nicht dazu verpflichtet, in Ethikfonds anzulegen, aber bereits die Offenlegungspflicht zeige ihre Wirkung, sagt Butz. Pictet hat auf die steigende Nachfrage mit dem neuem Fonds Pictet Sustainable Equities Europe reagiert, der für die Anlage die Bereiche Rüstung, Tabak und Atomenergie ausschließt. Bei der Rendite müssten Nachhaltigkeitsfonds den Vergleich mit gewöhnlichen Fonds nicht schrecken, sagt Butz. "Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass nachhaltig investierende Fonds nicht schlechter abschneiden als gewöhnliche Fonds."

Der UNO-Umweltgipfel in Johannesburg habe bessere Möglichkeiten für nachhaltiges Investieren eröffnet, sagt Oliver Karius, Analyst bei Sustainable Asset Management (SAM), einem auf Nachhaltigkeit spezialisierten Schweizer Vermögensverwalter. "In Johannesburg hat sich gezeigt, dass sich bei den Unternehmen die Erkenntnis durchsetzt, dass nachhaltiges Wirtschaften eine Geschäftsstrategie ist, mit der man die Zukunftschancen steigern und das Risiko minimieren kann", sagt Karius.

Mittlerweile interessiert sich auch die Bundesregierung für das Thema. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) untersucht Imug derzeit Nachhaltigkeitsfonds unter Aspekten wie Transparenz der Informationen, Service und Qualität des Research. Ende Oktober soll das Projekt abgeschlossen sein.

Quelle: Handelsblatt

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