Etliche Brücken müssen dringend modernisiert werden
Straßenbau erhält hohe öffentliche Subventionen

Der Autobahn- und Straßenbau in Tschechien wird nach dem Beitritt des Landes zur EU spürbar an Fahrt gewinnen. Der Bau von fünf neuen Autobahnen ist fester Bestandteil des EU-Programms TEN (Trans-Europe Transport Net) und nach der EU-Erweiterung werden weitere Hauptverkehrsadern in das Ergänzungsprogramm TINA aufgenommen.

PRAG. Hierzu zählen die Autobahn D11 von Prag nach Hradec Kralove, die Schnellstraße R 11 (Hradec Kralove - Trutnov - Grenze zu Polen), Straßenzüge von Prag über Ceske Budejovice nach Dolni Dvoriste und acht weitere Schnellstraßen. Die Planer in den Bauämtern rechnen bei der Realisierung der Projekte mit Finanzspritzen der EU, mit mehr Aktivitäten der neuen regionalen Verwaltungsorgane und - ein Novum - mit privaten Engagements.

Aus dem Staatshaushalt fließen 2003 und voraussichtlich auch 2004 ca. 9 Mrd. Kc (280 Mio. Euro) in den Autobahnbau und mehr als 10 Mrd. Kc (310 Mio. Euro) in den Ausbau der Straßen 1., 2. und 3. Klasse. Doch diese Mittel reichen bei weitem nicht aus, um den angelaufenen Investitionsstau abzubauen.

Konkrete Pläne gibt es für ein weiteres südmährisches Straßenprojekt, das in den Genuss von Zuschüssen aus EU-Fördertöpfen kommen dürfte. Der erste Spatenstich für die vierspurige 67 km lange Schnellstraße zwischen Breclav und Napajedla ist für 2005 avisiert. Mit dieser Trasse erhält die Region Zlin den schon sehnlichst erwarteten Zugang zur Autobahn D2 (Brno-Bratislava).

Priorität in Südböhmen genießt das 43-Mrd.-Kc-Projekt (1,34 Mrd. Euro) für den Bau der 140 km langen Autobahn D3 von Prag nach Ceske Budejovice und einer sich daran anschließenden 31 km langen und bis an die österreichische Grenze führenden vierspurigen Schnellstraße. Und gerade für dieses Großprojekt, dessen Fertigstellung für 2010 avisiert wird, hat der tschechische Premierminister Spidla eine enge Kooperation mit privaten Investoren in Aussicht gestellt. "Das Projekt muss aber sehr gut vorbereitet sein", sagte er kürzlich zu Journalisten. Dieser Hinweis hat einen handfesten Hintergrund. Der erste Versuch, private Kapitalanleger in ein Straßenbauprojekt und zwar in den Bau einer 80 km langen Autobahn D47 in der Region Ostrava einzubeziehen, ist kläglich gescheitert. Das israelische Konsortium Housing & Construction, das den Auftrag auf einem zweifelhaften Weg ohne Ausschreibung erhielt, setzte die Kosten für das Projekt mit überhöhten 125 Mrd. Kc (3,9 Mrd. Euro) an. Die Regierung hat den Vertrag annulliert und rechnet nun mit Investitionen in Höhe von maximal 80 Mrd. Kc (2,5 Mrd. Euro).

Riesig ist der Bedarf an Investitionen in die Modernisierung der Straßen- und Eisenbahnbrücken. Von den im Land existierenden rd. 15.650 Straßen- und Autobahnbrücken befinden sich fast 4.000 und von den 1.765 Eisenbahnbrücken 612 in einem dringend erneuerungsbedürftigen Zustand. "Genau auf diesen Bereich, den völlig unbefriedigenden Zustand der Brücken, wollen wir uns in nächster Zeit konzentrieren und das meiste Geld investieren", verkündete der stellvertretende Chef der Bezirksverwaltung Mittelböhmens, Karel Vysehradsky.

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