Etliche Milch-Verpackungen sollen pfandpflichtig werden: HDE stößt Milchpfand sauer auf

Etliche Milch-Verpackungen sollen pfandpflichtig werden
HDE stößt Milchpfand sauer auf

Verbraucher müssen nach den Plänen von Bund und Ländern künftig auf viele Einwegverpackungen mit Milch Pfand zahlen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte der dpa am Mittwoch auf Anfrage, alle Milch-Einwegverpackungen außer Getränkekartons und Schlauchbeuteln würden von Oktober an pfandpflichtig.

HB/dpa BERLIN. Betroffen wären nach einer Prognose der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) jährlich rund 800 Millionen Milchverpackungen wie Einwegflaschen und Kunststoffbecher. Bund und Länder hatten sich am Sonntag auf neue Einwegpfand-Regeln geeinigt.

Pfandfrei bleiben demnach nur Getränkekartons und Schlauchbeutel mit Milch. Alle anderen Einwegverpackungen mit Trinkmilch, H-Milch, Sterilmilch, Sauer- und Dickmilch, Buttermilch und Milchmisch- Getränken sollen künftig zurückgegeben werden. Die Rücknahme der meisten Milchverpackungen ist allerdings in dem geplanten bundesweiten Pfandsystem von Industrie und Handel überhaupt nicht vorgesehen. Yoghurt und Kefir gelten nicht als Getränke. Ihre Verpackungen sollen daher auch nicht pfandpflichtig werden.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erklärte, ein Pfand auf Milchgetränke sei für Handel und Verbraucher unzumutbar. HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr forderte die Bundesregierung auf, Milchverpackungen grundsätzlich vom Pfand zu befreien.

Nach den von Bund und Ländern ausgehandelten Eckpunkten für neue Pfandregeln sollen von Oktober an grundsätzlich alle Einweg- Getränkeverpackungen pfandpflichtig werden - unabhängig vom Inhalt. Ausgenommen sind Einweg-Verpackungen mit Wein, Spirituosen und diätetische Getränke etwa für Babys. Pfandfrei bleiben auch so genannte "ökologisch vorteilhafte Verpackungen" wie Getränkekartons und Milch-Schlauchbeutel.

Nach der GVM-Prognose werden dieses Jahr 576 Millionen Kunststoffbecher, 116 Millionen Kunststoffflaschen, 79 Millionen Einweg-Glasflaschen, 28 Millionen Karton-Kunststoffbecher und 5 Millionen Alu-Dosen mit Milchgetränken verkauft. Branchenexperten schätzen, dass mit Milchgetränken in diesen Verpackungen mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz gemacht wird.

Der HDE forderte die Bundesregierung unterdessen erneut dazu auf, kartellrechtliche Hindernisse beim Aufbau des bundesweit einheitlichen Pfandsystems schnell aus dem Weg zu räumen. Das Bundeskartellamt hatte am Dienstag starke wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen das von Handel und Industrie vorgeschlagene System angemeldet. Die Wirtschaft hat den Aufbau zum 1. Oktober zugesagt. Die Vorbereitungen für das Konzept sind nach HDE-Darstellung weitgehend abgeschlossen.

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