Etwa 160 Passagiere an Bord
Tschetschenen entführen russisches Flugzeug

Tschetschenische Entführer zwangen den Piloten der Maschine, nach Saudi-Arabien zu fliegen. Über ihre Forderungen wurde zunächst nichts bekannt.

afp ANKARA/MOSKAU. Zwei Tschetschenen haben am Donnerstag in der Türkei ein russisches Flugzeug mit mehr als 160 Menschen an Bord entführt. Die beiden Luftpiraten brachten die Maschine am Mittag kurz nach dem Start auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen in ihre Gewalt, wie der türkische Verkehrsminister Enis Öksüz mitteilte. Bei einem Handgemenge im Cockpit sei ein Besatzungsmitglied mit einem Messer verletzt worden. Die Entführer zwangen die Maschine der Gesellschaft "Wnukowo Airlines" in Richtung Saudi Arabien, wo sie laut Öksüz um 16.15 Uhr MEZ landen sollte. Über die Forderungen der Entführer wurde zunächst nichts bekannt. Offenbar befanden sich unter anderem Russen und Türken an Bord, die auf dem Weg nach Moskau waren.

Die Entführer gaben sich selbst als Tschetschenen zu erkennen, als sie die Maschine etwa 30 Minuten nach dem Start in ihre Gewalt brachten, wie der türkische Verkehrsminister sagte. Sie forderten, in ein arabisches Land geflogen zu werden", sagte Ösküz. Allerdings sei der Funkkontakt zu der Maschine mittlerweile abgebrochen. Laut der zyprischen Luftfahrtbehörde flog die Maschine in Richtung Medina, rund 300 Kilometer nördlich von Mekka im Westen Saudi-Arabiens.

Über die genaue Zahl der Menschen an Bord sowie ihre Nationalität gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren es 162 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder, das russische Außenministerium sprach von insgesamt 166 Menschen an Bord. Das russische Generalkonsulat meldete, dass sich offensichtlich Russen an Bord der Maschine befanden. Laut Anadolu waren 55 Türken an Bord. über Passagiere anderer Nationalitäten machte die Agentur keine Angaben.

Putin läßt Krisenstab einrichten

Die türkischen und russischen Behörden nahmen wegen der Entführung Kontakt zueinander auf. Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete die Einrichtung eines Krisenstabs an, wie der Kreml mitteilte. Putin selbst ist seit Montag im Urlaub in Sibirien.

Es blieb zunächst unklar, ob der Tschetschenien-Konflikt hinter der Entführung stand. Die russische Armee war im Oktober 1999 in die Kaukasusrepublik einmarschiert. Seither liefern sich russische Truppen und Rebellen erbitterte Gefechte. Moskau betrachtet Tschetschenien als abtrünnige Republik.

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