"Etwas stärker betroffen als andere deutsche Großbanken"
Analysten erwarten Gewinneinbruch bei Hypo-Vereinsbank

Die Münchener Hypo-Vereinsbank AG (HVB) wird für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001 nach Einschätzung von Analysten ähnlich wie andere deutsche Großbanken einen herben Gewinneinbruch sowie eine deutlich gestiegene Risikovorsorge ausweisen müssen.

vwd MüNCHEN. Beim Nachsteuerergebnis geht die Konsens-Schätzung der von vwd befragten Analysten von 656 (Vj.: 1 079) Mill. Euro aus, wobei die Bandbreite der Prognosen von 544 bis 770 Mill. Euro reicht.

Die Risikovorsorge wird den Schätzungen zufolge auf 2,016 (Vj. 1,186) Mrd. Euro anwachsen. Die Spanne der Prognosen reicht von 1,95 Mrd bis 2,1 Mrd. Euro. Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler sieht die HVB durch den Anstieg der inländischen Insolvenzen um 18 % 2001 etwas stärker als andere deutsche Großbanken betroffen, weil sie stärker auf kleinere und mittlere Firmenkunden ausgerichtet sei. Fraglich bleibe allerdings, wie stark der Negativ-Effekt aus der abgeschwächten Konjunktur bereits in die Rechnung für 2001 einbezogen bzw ob er sich noch auf das laufende Geschäftsjahr auswirken werde.

Bei der Integration der Bank Austria (BA) erwartet Hoymann "keine großen Hindernisse", wenngleich im Kreditportfolio der österreichischen Bank möglicherweise einige Unsicherheiten enthalten seien. Insgesamt schätzt er die Baustellen der Bank - neben der BA-Integration die Zusammenlegung des Immobiliengeschäfts sowie die Umstrukturierung des Privatkundengeschäfts - als "nicht dramatisch" ein. Nach Auffassung von Georg Kanders von der WestLB leidet die HVB wie die Finanzbranche insgesamt unter den schwachen Aktienmärkten. Allerdings sei die HVB im Investment Banking etwa im Vergleich zur Deutschen Bank etwas schlechter aufgestellt.

Wegen der Flaute an den Kapitalmärkten hatte HVB-Vorstandssprecher Albrecht Schmidt zum Jahreswechsel angekündigt, die Expansionspläne in Südost- und Westeuropa zurückzustellen. Zudem hatte die Münchner Bank mit mehreren Nachrichten in den vergangenen Wochen ein Indiz geliefert, dass der für 2001 angekündigte "Innenausbau" des Instituts doch nicht so reibungslos wie ursprünglich geplant zu erreichen ist: Demnach verschob die HVB die Integration der Norisbank AG, Nürnberg, wegen zu hoher Aufwendungen vor allem bei der Informationstechnik.

Die im Dezember 2001 angekündigte Integration der Westfalenbank AG, Bochum, kommt nicht zu stande. Statt dessen wird die nordrhein-westfälische Bank nun vollkommen verkauft. Auch scheint fraglich, ob die HVB wie bisher angenommen für die zum Verkauf stehende Direktbank Consors Discount Broker AG mitbieten wird. Daher werden mit der Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Jahr zugleich auch Aussagen für 2002 erwartet.

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