Etwas weniger als die Hälfte der angebotenen Aktien geht an Privatanleger – Konsortialbanken erwarten Überzeichnung
Fraport bleibt vorbörslich auf dem Boden

Die Fraport-Aktie hat zu Beginn der Zeichnungsfrist noch kein Börsenfieber unter den Anlegern ausgelöst. Zwei Wochen vor dem Börsenstart der zweiten deutschen Großemission in diesem Jahr hielt sich die Nachfrage im Graumarkt am ersten Handelstag in Grenzen.

29.5.2001 FRANKFURT/M. Im vorbörslichen Geschäft boten Anleger für die neuen Papiere des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gestern zwischen 34 Euro und 36 Euro und blieben damit im Rahmen der bis 37 Euro reichenden Preisspanne für die Emission. "Die Fraport-Aktie ist bisher nicht gerade der Renner", hieß es beim Börsenmakler Schnigge in Düsseldorf. Der Telefonhandel gilt allerdings wegen geringer Umsätze nur als begrenzt aussagefähiger Indikator der Marktstimmung.

Die Flughafengesellschaft sowie die Konsortialbanken erwarten in den kommenden zwei Wochen eine starke Nachfrage von Anlegern nach der ersten deutschen Flughafenaktie. Die Signale aus dem Pre-Marketing von institutionellen Anlegern seien sehr positiv, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender zum Start der Zeichnungsfrist in Frankfurt. "Wir rechnen auch bei den deutschen Privatanlegern mit einer starken Nachfrage", fügte er hinzu. Etwas weniger als die Hälfte der zum Verkauf stehenden Papiere soll laut Fraport an Kleinaktionäre gehen. Der Rest ist für institutionelle Investoren vorgesehen. Michael Rohleder, Generalbevollmächtigter des Konsortialführers Dresdner Kleinwort Wasserstein, hält eine Überzeichnung der Aktien für wahrscheinlich.

Boris Boehm, Fondsmanager bei Nordinvest in Hamburg nannte die von 32 bis 37 Euro reichende Preisspanne für die Fraport-Aktien angemessen. Der zweitgrößte Flughafen Europas sollte aber im Vergleich zu den Preisen der Konkurrenz den Rahmen nicht ausreizen, sagte Fondsmanager Michael Gierse von Union Investment. Rohleder verteidigte dagegen den gewählten Preisrahmen. Die Fraport-Aktie sei auf Basis der für Flughäfen wichtigsten Kennziffer, dem operativen Ergebnis (Ebitda) im Vergleich zum größten Konkurrenten, der britischen BAA, um ein Fünftel niedriger bewertet.

Privatanleger, die bis einschließlich 1. Juni ihre Orders platzieren, erhalten einen Preisvorteil von 1 Euro auf den Ausgabepreis. Anlieger aus dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet sollen bei der Zuteilung bevorzugt werden, falls der Börsengang überzeichnet ist. Private können die Fraport-Aktie bis zum 7. Juni zeichnen. Für institutionelle Anleger läuft die Frist bis zum 8. Juni. Drei Tage später soll dann der Handel mit der Fraport-Aktie an der Börse starten.

Die Privatisierung des Frankfurter Flughafens ist mit einem Emissionsvolumen von bis zu 840 Mill. Euro nach der Emission der Deutschen Börse der bisher größte Börsengang in diesem Jahr. Der Börsenwert des Unternehmens wird ohne Mehrzuteilungsoption zwischen 2,78 Mrd. Euro und 3,2 Mrd. Euro bewertet.

Fraport strebt eine Aufnahme in den MDax an, den Index der größten 70 Nebenwerte. Von 2002 an hängt die Indexzugehörigkeit allerdings vom Umfang des Streubesitzes ab, der bei Fraport wahrscheinlich nach der erwarteten Ausübung der Mehrzuteilungsoption rund 29 % betragen wird. Die Aufnahme von Fraport in den Index noch in diesem Jahr gilt als unwahrscheinlich. Fraport will erst im Jahr 2002 Quartalsberichte vorlegen, diese sind inzwischen aber für MDax-Unternehmen Pflicht.

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