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EU-Agrarminister wollen BSE-Tests auch für gesunde Rinder

dpa BRÜSSEL. Im Kampf gegen den Rinderwahnsinn geht die EU in die Offensive. Die Landwirtschaftsminister der Union einigten sich am Montag nach Angaben der EU-Kommission bei ihrem Treffen mehrheitlich darauf, im kommenden Jahr flächendeckende BSE-Schnelltests auch auf gesunde Rinder auszudehnen. Ein europaweites Verbot von Tiermehl stand jedoch nicht zur Debatte.

"Es geht darum, so viele Tests wie nur möglich zu machen", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke. Ab dem 1. Januar 2001 könnten alle verendeten und notgeschlachteten Rinder getestet werden, ab dem 1. Juli alle "zur Schlachtung anstehenden Tiere", die vor dem 1. Januar 1998 geboren wurden. Die BSE-Tests machen nur bei älteren Rindern Sinn, weil der Erreger bei Jungtieren nicht festgestellt werden kann.

In Deutschland würden danach in den kommenden fünf bis sechs Jahren 5,4 Mill. Rinder untersucht, sagte Funke. Damit kommen erhebliche Kosten auf alle Beteiligten zu, denn ein Test koste alles in allem etwa 200 DM, sagte ein Experte des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Funke erwartete eine nicht unbeträchtliche Beteiligung der EU an der Kostenübernahme.

Funke sprach sich wie die Mehrzahl seiner Amtskollegen außerdem gegen ein generelles Verbot von Tiermehl aus, wie es Frankreich vorläufig verhängt hat. Der französische Landwirtschaftsminister Jean Glavany kündigte an, das in seinem Land jetzt verbotene Tiermehl nicht in andere Staaten der Europäischen Union zu exportieren.

Ein Verbot könne es nicht EU-weit geben, sondern nur dort, wo die geltenden Vorschriften nicht eingehalten werden, sagte Mminister Funke. Wenn, wie in Deutschland, nur gesunde Tiere verarbeitet und das seit 65 Jahren bestehende Hitze-Druck-Verfahren angewendet werde, gebe es kein Risiko. "Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass deutsches Rindfleisch sicher ist", sagte er.

Trotzdem setze er sich für ein gemeinsames europäisches Vorgehen ein. "Alleingänge helfen uns nicht weiter", sagte Funke. Darin sei er sich auch mit Gesundheitsministerin Andrea Fischer einig. Zwischen ihnen gebe es keine Unstimmigkeiten.

Im Detail entschieden wird über die Ausweitung der BSE-Tests auf technischer Ebene nun vom so genannten Ständigen EU- Veterinärausschuss. Er tagt an diesem Dienstag und Mittwoch in Brüssel.

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